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Führerschein-Diskussion: Nach der Fahrschule ist vor der Fahrschule

Junge Fahranfänger verursachen die meisten Unfälle. Um ihnen den letzten Schliff zu geben, sollen sie auch nach bestandener Fahrprüfung wieder zur Fahrschule. Das wird zwar teuer, ist aber notwendig.

Ein Kommentar von Gernot Kramper

Versicherungsexperten stöhnen: Eigentlich kann man diese Typen gar nicht versichern. Die Rede ist von jungen Fahranfängern und ihren Schadensverläufen. Die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen ist in 28 Prozent aller schweren Unfälle verwickelt. Sie sticht in der Statistik deutlich hervor.

Diese Gefahr soll nun entschärft werden. In Zukunft sollen die Führerscheinneulinge drei Monate nach dem Erwerb der Fahrerlaubnis erneut zur Fahrschule. Zwei oder drei Fahrstunden mit dem Fahrlehrer sollen helfen, in der Praxis eingerissene, schlechte Gewohnheiten zu korrigieren. Die Idee ist gut und richtig. Verkehrsexperten fordern seit Langem, dass die Ausbildung nicht mit dem Aushändigen der Fahrerlaubnis aufhören dürfe.

Ob für die Zusatzausbildung weitere Fahrstunden oder das Absolvieren eines Sicherheitstrainings – wie vom ADAC vorgeschlagen – sinnvoller wäre, ist eine zweitrangige Frage.

Obwohl Fahranfänger immer noch die unangefochtene Spitzenposition in der Unfallstatistik einnehmen, darf man sie nicht für unbelehrbare Verkehrsrambos halten, auch bei ihnen geht die absolute Zahl der Unfälle zurück.

Nur weil die Zahl der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen insgesamt so stark rückläufig ist, bleiben die Youngster trotz aller Bemühungen weiterhin die Hauptrisikogruppe. Aufklärung, der Führerschein auf Probe und das absolute Alkoholverbot für junge Fahranfänger wirken sich durchaus positiv aus. Die wichtigste Neuerung der letzten Jahre ist sicherlich die Einführung des begleiteten Fahrens. 17-Jährige können den Führerschein erwerben, dürfen aber bis zum 18. Geburtstag nur in Begleitung eines Erwachsenen fahren.

Mehr Praxis ohne Fahrlehrer

Die zusätzliche Schulung ist richtig, aber sie wird weitere Kosten produzieren. Der ohnehin schon sehr teure Führerschein wird dann noch teurer werden. In Zukunft sollte die Politik verstärkt darüber nachdenken, wie Fahranfänger mehr praktische Erfahrungen sammeln können, ohne dabei den Führerschein unerschwinglich zu machen.

Konkret muss daher über Lösungen ohne Fahrlehrer an Bord nachgedacht werden. Solange die Stunde Fahrpraxis 35 bis 45 Euro kostet, wird der Schüler immer versuchen, mit möglichst wenig Stunden die Prüfung zu bestehen. So kann er elementare Fähigkeiten erlernen, aber keine fahrerische Routine erwerben. Das begleitete Fahren ist ein erster zaghafter Vorstoß in diese Richtung, spricht aber nur eine zu kleine Gruppe an. Zur Erinnerung: An diesem Modell nehmen nur Fahrschüler teil, die ganz "heiß" aufs Autofahren sind. Sie können sich mit 16 schon bei der Fahrschule anmelden, müssen dann ganz normal Ausbildung und Prüfung absolvieren und dürfen quasi zur Belohnung bereits mit 17 ans Steuer – mit einer eingetragenen Begleitperson. Wer mit dem Führerschein bis 18 oder gar 20 wartet, den betrifft das Programm nicht.

Wünschenswert wären Modelle, mit denen man schon während der Ausbildung an der Fahrschule mehr Übung im Straßenverkehr bekommt – so wie begleitetes Fahren in Großbritannien praktiziert wird. Darüber hinaus darf es keine Denkverbote geben. Was spricht eigentlich gegen spezielle "Anfänger"-Warnschilder und angepasste Tempolimits für Fahranfänger? Mit Tempo 80 kommt man schließlich auch ans Ziel.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.