Für die wirtschaftliche Erneuerung des Saarlandes braucht es nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) mehr verfügbare Industrie- und Gewerbeflächen. Der vorliegende Entwurf des Landesentwicklungsplans bleibe deutlich hinter dem Bedarf zurück, teilte die IHK Saarland mit und forderte grundlegende Nachbesserungen.
Im Saarland treffe der Strukturwandel die industriellen Kernbranchen Stahl, Automobil und Metall mit voller Wucht. Es brauche jetzt neue wirtschaftliche Standbeine – etwa in den Branchen Logistik, Pharma, Life Sciences oder sicherheitsrelevanter Industrie. Die Verfügbarkeit geeigneter Flächen sei dabei eine zentrale Voraussetzung für Investitionen und Neuansiedlungen.
IHK: Jetzt werden Weichen für Jahrzehnte gestellt
"Wenn im Saarland nicht ausreichend Flächen vorhanden sind, werden Erweiterungen ausbleiben, Investitionen scheitern und wirtschaftliche Wertschöpfung abwandern", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé. Die IHK appelliere daher an die Landesregierung, den Landesentwicklungsplan nachzuschärfen und die Flächenvorsorge deutlich zu stärken.
Das Saarland stehe in einer historischen industriellen Transformation. "Ob es gelingt, den Verlust von Arbeitsplätzen in den industriellen Kernbranchen durch neue wirtschaftliche Perspektiven zu kompensieren, hängt entscheidend von den Standortentscheidungen ab, die heute getroffen werden."
Der Landesentwicklungsplan müsse "ein echter Entwicklungsplan" für die wirtschaftliche Zukunft sein. "Jetzt werden die Weichen dafür gestellt, ob das Saarland auch morgen ein starkes Industrieland ist", sagte Thomé.