Im Haus Anhalt-Askanien ist die Nachfolge des 84-jährigen Chefs Eduard Prinz von Anhalt geregelt. Die 45 Jahre alte Prinzessin Julia Katharina, genannt Juschka, die älteste seiner drei Töchter, soll das erste weibliche Oberhaupt der Familie werden. Die zweifache Mutter und Geschäftsfrau werde in diese Funktion hineinwachsen, so wie er selbst nach dem Unfalltod seines älteren Bruders Friedrich im Oktober 1963, sagte Eduard Prinz von Anhalt der Deutschen Presse-Agentur.
Basis für die Regelung sei die "Dessauer Erklärung", nach der weibliche Familienmitglieder "Chefin des Hauses" werden könnten. Starke Frauen habe es in der langen Geschichte der Askanier etliche gegeben. Als berühmteste gilt Zarin Katharina II. von Russland (1729 bis 1796), die als einzige Frau der Weltgeschichte den Beinamen "die Große" erhielt.
In Ballenstedt begann vor rund 1.000 Jahren die Geschichte der Dynastie. Im Schlossmuseum informiert eine Ausstellung über die Familiengeschichte. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine neue Dauerausstellung über die "Wiege Anhalts". Das Schloss steht im Eigentum der Stadt und ist als Wahrzeichen erster Werbefaktor, ergänzte unlängst Bürgermeister Michael Knoppik (CDU).
Im Bereich der Schlosskirche Ballenstedt liegen mindestens zehn der Vorfahren von Eduard von Anhalt aus dem 11. und 12. Jahrhundert begraben, unter ihnen Markgraf Albrecht der Bär (1100 bis 1170), einer der markantesten Persönlichkeiten des Mittelalters. Dessen Wappentier, der schreitende schwarze Bär, ist seit 1991 Teil des Landeswappens von Sachsen-Anhalt.