Die Landwirte in Sachsen-Anhalt freuen sich über die sommerlichen Temperaturen. „Nach einem vergleichsweise kalten und trockenen Frühjahr sind der Regen und die aktuellen Temperaturen sehnlichst von den Ackerbauern erwartet worden“, sagte Erik Hecht, der Sprecher des Landesbauernverbands, der Deutschen Presse-Agentur. Der Regen vom Mai und die hohen Temperaturen seien „zwei entscheidende Faktoren dafür, dass sich die Bestände gut entwickeln können“.
Nachdem an Pfingsten teils nahezu 30 Grad erreicht wurden, sollen die Temperaturen ab Mittwoch etwas sinken. Bei viel Sonnenschein erwartet der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch Höchstwerte zwischen 22 und 25 Grad. Auch am Donnerstag und Freitag bleibt es der Prognose nach trocken. Zum Wochenende hin könnten die Temperaturen dann aber wieder in Richtung 30 Grad steigen.
Erntearbeiten beginnen Ende Juni
Obwohl sich die Bäuerinnen und Bauern momentan über das Wetter freuten, sei derzeit noch nicht abzusehen, wie die Ernte in diesem Jahr ausfalle, betonte Hecht. „Es bleibt noch viel Zeit für die Entwicklung der Kulturen, von der Kornfüllungsphase bis zur Ernte.“ In Sachsen-Anhalt gebe es starke regionale Unterschiede zwischen den Erntemengen, weil sich die Niederschlagsmengen und auch die Qualität der Böden stark unterschieden.
„Zum jetzigen Zeitpunkt kann mit einer regional entsprechenden, durchschnittlichen Ernte gerechnet werden“, gab Hecht an. Sollten sich die Bedingungen weiterhin gut halten, dürfe auch von einer guten Ernte ausgegangen werden. Allerdings werde erst ab Ende Juni angefangen, die Mähdrescher auf den Feldern des Landes einzusetzen - zunächst, um Wintergerste zu ernten.
Gute Ernte von vielen Faktoren abhängig
Um eine möglichst gute Ernte erzielen zu können, bereiteten sich die Bäuerinnen und Bauern in Sachsen-Anhalt schon weit im Voraus vor. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder längere Trockenphasen und häufiger extremes Wetter gegeben. Daher achteten viele Betriebe mehr darauf, Sorten auszuwählen, „die mit längeren Defizit- beziehungsweise Dürreperioden besser umgehen können“, erklärte Hecht. „Dabei gewinnen Eigenschaften wie Trockenstresstoleranz und Ertragsstabilität stärker an Bedeutung.“ Außerdem werde der Boden so bearbeitet, dass möglichst wenig Wasser verdunste.
Der Erfolg der Ernte werde auch davon beeinflusst, wie die Erzeugerpreise liegen. Aktuell müssten sie „merklich nach oben gehen“, so die Forderung des Bauernverbands.