Nach dem Insolvenzantrag der Halberstädter Konserven GmbH geht die Käufersuche für den Würstchenhersteller weiter. Aktuell ruhe die Produktion, bestätigte die Geschäftsführerin des Unternehmens, Silke Erdmann-Nitsch. Der Unternehmensverkauf laufe aber weiter.
Die Halberstädter Konserven GmbH hat kürzlich ein Insolvenzverfahren beantragt. Das Amtsgericht Magdeburg ordnete daraufhin eine vorläufige Insolvenzverwaltung an.
Belegschaft weiß Bescheid
Die Eigentümerfamilie hatte schon im April mitgeteilt, sie suche für den Produktionsbetrieb der Halberstädter Würstchen samt Marke Käufer. 35 Jahre hatte sie das Unternehmen geführt. Prokuristin Erdmann-Nitsch hatte gesagt: „Die Liquidität ist extrem schwierig“. Die Finanzierung habe nicht funktioniert. Die Unternehmensgruppe, zu der auch ein Hotelbetrieb gehört, hat den damaligen Angaben von Erdmann-Nitsch zufolge rund 150 Mitarbeiter. Umsatzzahlen nannte das Unternehmen nicht.
Die Geschicke liegen nun in der Hand der Magdeburger Anwältin und Sanierungsexpertin Karina Schwarz. Die vorläufige Insolvenzverwaltung habe am 3. Juni bei der Halberstädter Konserven GmbH ihre Arbeit aufgenommen, sagte Erdmann-Nitsch. Am selben Tag seien der Betriebsrat und die Mitarbeiter informiert worden.
Lange Würstchen-Tradition
Die Unternehmensgruppe rund um die Halberstädter Würstchen war von gestiegenen Energie-, Fleisch- und Personalkosten getroffen gewesen. Die Produktionsgesellschaft bei Halberstädter war in einem umkämpften und auch rückläufigen Markt in Schieflage geraten.
Das Unternehmen hat eine mehr als 140 Jahre lange Tradition. Zu DDR-Zeiten befand sich das Unternehmen in Volkseigentum, 1992 wurde es von der Unternehmerfamilie Nitsch übernommen. Die Produktpalette reicht von Fleisch- und Wurstkonserven über frische Produkte bis zu Suppen und Fertiggerichten.