Wintersturm "Elli" sorgt für Eiseskälte, Glätte und viel Schnee: In Sachsen-Anhalt hat es am Freitag im Verkehr auf den Straßen und Gleisen immer wieder Einschränkungen, Sperrungen und Ausfälle gegeben. Laut dem Deutschen Wetterdienst gab es bis Freitagmittag 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee, im Oberharz bis 20 Zentimeter. Weitere Schneefälle werden bis Samstagmittag erwartet. Es herrsche weiter Glättegefahr, zudem sei es böig und der Schnee könne verwehen.
Große Unfälle waren dem Lagezentrum des Innenministeriums bis zum Nachmittag nicht bekannt. Während bis zum Mittag vor allem in Halle und Magdeburg vermehrt Straßensperrungen gemeldet worden seien, kamen im Laufe des Tages immer mehr Sperrungen aus dem Raum Dessau hinzu, sagte ein Sprecher auf Anfrage.
Vorsicht auf den Autobahnen
Auf den Autobahnabschnitten im südlichen Sachsen-Anhalt gab es bis Freitagmittag mehrere Polizeieinsätze, wie der Zentrale Verkehrs- und Autobahndienst mitteilte. Die Beamten wurden demnach nicht nur zu Verkehrsunfällen gerufen, sondern waren auch für die Absicherung von Gefahrenstellen im Einsatz - etwa wegen liegengebliebener Autos.
Auf der A9 sei es zwischen dem Autobahndreieck Rippachtal und der Anschlussstelle Weißenfels wegen des vielen Schnees zu "erheblichen Behinderungen" gekommen, hieß es weiter. Mehrere Fahrzeuge mussten demnach abbremsen und anhalten, einige Laster konnten nicht weiterfahren. Auf der Autobahn 38 kippte nahe der Anschlussstelle Eisleben ein Sattelzug um.
Harzer Schmalspurbahn soll ab Samstag wieder fahren
Auch im Landkreis Harz gab es wegen der Wetterlage am Freitag Sperrungen, der Betrieb der Schmalspurbahn wurde vorsichtshalber eingestellt. Wie der Bahnbetreiber mitteilte, soll die gerne von Touristen genutzte Bahn jedoch am Samstag wieder fahren. Kurzfristige Änderungen der Fahrpläne können auf der Internetseite der Harzer Schmalspurbahnen GmbH eingesehen werden.
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Viele Busse und Bahnen im Depot
Der öffentliche Nahverkehr wurde in Sachsen-Anhalt wegen des Winterwetters vielerorts eingestellt oder eingeschränkt. In Dessau-Roßlau etwa ruhte der Straßenbahnverkehr, im Laufe des Tages wurde er dann teilweise wieder aufgenommen. Der Busverkehr in der Stadt wurde aufrechterhalten, wie die Stadtwerke Dessau mitteilten. Den Angaben nach kam es jedoch im Tagesverlauf auch hier zu erheblichen Verzögerungen und Ausfällen.
Die Magdeburger Verkehrsbetriebe hielten den Bus- und Bahnbetrieb den Angaben nach trotz des Wetters am Laufen. Vor allem am Vormittag gab es Verspätungen und Ausfälle. Um das Straßenbahnnetz auch in der Nacht zu Samstag aufrechtzuerhalten, sollten zusätzliche Straßenbahnen eingesetzt werden.
Nahverkehr mancherorts komplett eingestellt
Der Landkreis Mansfeld-Südharz teilte am Freitagmorgen mit, dass die Verkehrsgesellschaft Südharz den Betrieb im gesamten Landkreis nahezu komplett eingestellt hat. Einige wenige Linien würden nach Möglichkeit noch bedient. Durch die aktuelle Wetter- und Verkehrslage kam es demnach aber zu erheblichen Verspätungen. Im Landkreis Börde wurde der Linienverkehr für den Rest des Tages eingestellt. "Soweit es die Wetterlage zulässt, wird der Busverkehr morgen früh wieder aufgenommen", hieß es mit Blick auf Samstag.
Anders im Burgenlandkreis: Dort fuhren die Schulbusse. "Der Schülerverkehr findet derweil statt - darauf haben sich der Burgenlandkreis, die kreiseigene Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis mbH (PVG) und die Kreisstraßenmeisterei an diesem Morgen verständigt", teilte eine Landkreissprecherin mit. Die Kreisstraßenmeisterei sei seit drei Uhr am Morgen im Einsatz gewesen, um die Kreisstraßen im Landkreis zu räumen.
Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass bis Samstag Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr möglich sind. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.