Ausstellungen
SKD zeigen seltene Schätze aus dem Kaiserlichen China

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zeigen ab dem 1. April im Residenzschloss seltene Objekte aus dem Kaiserlichen Chi
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zeigen ab dem 1. April im Residenzschloss seltene Objekte aus dem Kaiserlichen China. (Archivbild) Foto
© Sebastian Kahnert/dpa
Eine winzige Schale, eine Drachenvase und ein Flakon. Kunstwerke aus dem Alten China haben unlängst in Dresden Spekulationen ausgelöst. Jetzt können sie in Augenschein genommen werden.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) präsentieren demnächst drei seltene Schätze kaiserlicher Dynastien aus China. Sie stünden exemplarisch für die Ästhetik und die herausragende Kunstfertigkeit ihrer Zeit, teilten die SKD mit. "Die Objekte der Porzellansammlung standen in den letzten Wochen im Fokus der Öffentlichkeit. Was ihre Besonderheit ist, soll nun dem Publikum vorgestellt werden." 

Berichte machten Schlagzeilen

Die SKD spielten damit auf Meldungen an, die kürzlich Schlagzeilen machten. Im Februar hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, Diebe hätten es auf wertvolle Objekte der Porzellansammlung im Zwinger abgesehen. Dazu habe es Hinweise ausländischer Sicherheitsbehörden gegeben. Geplant sei der Diebstahl einer Drachenvase und einer Ru-Schale aus China. Die SKD kommentierten das nicht. Im Januar hatten sie aber über einen gezielten Hackerangriff informiert.

Zwei der damals genannten mutmaßlich gefährdeten Objekte sollen ab kommenden Mittwoch bis Ende Juni im Residenzschloss unter dem Titel "Im Fokus: Drei seltene Schätze des Kaiserlichen Chinas" zu sehen sein. Das betrifft neben der Ru-Schale und der Vase ein kaum fünf Zentimeter großes Schnupftabaksfläschchen. 

Nur noch 89 Ru-Keramiken weltweit bekannt

Die auf den ersten Blick unscheinbare kleine Ru-Schale aus glasiertem Steinzeug stammt aus der nördlichen Song-Dynastie (960–1127) und gehört zu den seltensten und kostbarsten Objekten der chinesischen Keramik, teilten die SKD mit. Das rund 900 Jahre alte Gefäß diente als Pinselwaschschale und zählt den Angaben zufolge zu nur 89 bekannten Ru-Keramiken weltweit.

Drache als Symbol kaiserlicher Macht

Die sogenannte Drachenvase wurde für den Hof des Kaisers Qianlong (1735–1795) gefertigt. Sie ist mit neun Drachen bemalt, die in leuchtenden Farben über Meer und Himmel aufsteigen und gilt als seltenes Meisterwerk der kaiserlichen Porzellankunst der Qing-Dynastie. In der chinesischen Kultur steht die Zahl Neun auch für "Ewigkeit", während der Drache das wichtigste Symbol kaiserlicher Macht darstellt.

Das Schnupftabaksfläschchen galt lange Zeit als eine europäische Arbeit im chinoisen Stil. Erst 2013 wurde es als seltenes und frühes Beispiel chinesischer Emailkunst der Qing-Dynastie erkannt. Seine Herkunft konnte aus den kaiserlichen Palastwerkstätten in Peking nachgewiesen werden, in denen ausschließlich Werke höchster Qualität für den Kaiserhof entstanden. 

Dresden hat große Sammlung von Porzellan aus China und Japan 

Die SKD bewahrt nach eigenen Angaben die größte Sammlung frühneuzeitlichen Porzellans aus China und Japan außerhalb Asiens – ein Querschnitt dessen, was im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert in Europa gesammelt wurde. Der historische Kern der kurfürstlich-königlichen Sammlung Augusts des Starken und Augusts III. sei ab Mitte des 19. Jahrhunderts per Tausch und Kauf um Keramiken aus aller Welt erweitert worden.

Vereinbarung mit dem Palastmuseum Hongkong

In einer Vereinbarung mit dem Palastmuseum Hongkong hatten sich die SKD dafür ausgesprochen, ihre Bestände ostasiatischer Kunst zukünftig intensiver mit Expertinnen und Experten der Palastmuseen in Hongkong und Peking zu untersuchen. Die jetzige Präsentation mache deutlich, "dass gegenseitiger Respekt, sowie das künstlerische und wissenschaftliche Streben nach Präzision in höchstem Maße China und Deutschland verbindet".

dpa