Kriminalität
Mann aus China wegen versuchten Schmuggels von 2000 Ameisen aus Kenia angeklagt

Die bei der Anhörung in Nairobi gezeigten Ameisen
Die bei der Anhörung in Nairobi gezeigten Ameisen
© Tony Karumba / AFP
Ameisen sollten illegal aus Kenia gebracht werden. Der Fall verdeutlicht, dass Wildtierhandel mehr Arten betrifft als landläufig angenommen. Doch woher kommt die Nachfrage?

In Kenia stehen ein chinesischer Staatsbürger und sein mutmaßlicher Komplize wegen illegalen Wildtierhandels vor Gericht. Die beiden Männer sollen versucht haben, mehr als 2000 lebende Gartenameisen-Königinnen außer Landes zu schmuggeln.

Der Chinese Z. wurde am internationalen Flughafen von Nairobi festgenommen, nachdem Sicherheitskräfte die ungewöhnliche Fracht in seinem Gepäck entdeckten. Die Tiere waren einzeln verpackt – teils in Reagenzgläsern, teils in Taschentücher gewickelt. Nach Angaben der Ermittler hatte Z. die Ameisen von seinem kenianischen Mitangeklagten M. gekauft. Sie hätten rund 10.000 Kenia-Schilling (circa 67 Euro) pro 100 Tiere gekostet, wie die BBC berichtet.

Ameisenkolonien als Haustiere

Die Behörden betonen, dieser Fall sei ein Beispiel für den wachsenden illegalen Handel mit den eher bislang weniger im Fokus stehenden Tierarten. Hintergrund sei eine steigende Nachfrage in Europa und Asien, wo ganze Ameisenkolonien von Sammlern als exotische Haustiere gehalten würden. Ob die beschlagnahmten Tiere tatsächlich für diesen Markt bestimmt waren, wurde von Behördenseite jedoch nicht bestätigt.

Beide Männer sind zusätzlich wegen „Verschwörung“ angeklagt und befinden sich weiterhin in Haft. M. ist kein Unbekannter für die Justiz: Er wurde bereits in der Vergangenheit im Zusammenhang mit illegalem Handel von Ameisen festgenommen, wie die BBC schreibt. Beide Angeklagte bestreiten die Vorwürfe. Ihr Anwalt erklärte, sie hätten nicht gewusst, dass ihr Handeln verboten ist, sondern hätten lediglich eine lukrative Geschäftsmöglichkeit gesehen.

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die kenianische Wildtierbehörde rechnet in naher Zukunft mit weiteren Festnahmen in Bezug auf Ameisenschmuggel, teilte ein Behördensprecher der BBC mit. Es werde vermutet, dass hinter dem Schmuggel ein größeres Netzwerk stecke. Bereits in der Vergangenheit hatten Gerichte in Kenia ähnliche Fälle verhandelt.

Der aktuelle Fall verdeutliche, dass sich illegaler Wildtierhandel nicht mehr nur auf bekannte Arten wie Elefanten oder Nashörner beschränke, sondern zunehmend auch weniger bekannte, aber begehrte Tierarten umfasse.

Quelle: BBC

km

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