Sachsens Gießerei-Industrie sieht sich wegen hoher Energiekosten, Regulierung und wachsender Importkonkurrenz unter Druck. "Sachsen ist der stärkste Gießereistandort in Ostdeutschland – und das soll so bleiben", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Sebastian Scheel bei einem Branchengespräch in der Edelstahlgießerei Schmees Cast in Pirna.
Die Branche sei unverzichtbar für die Wertschöpfung vieler Schlüsselindustrien in Europa. Die Unternehmen seien auf verlässlichen Zugang zu günstiger Energie und international wettbewerbsfähige Standortbedingungen angewiesen, so Scheel.
Rund 20 Vertreter von Unternehmen und Verbänden kamen in Pirna zusammen, um über die Lage der Branche zu sprechen. "Die Gießerei-Industrie steht aktuell vor enormen Herausforderungen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie, Martin Theuringer.
Die Unternehmen müssten in der Breite etwa von einem wettbewerbsfähigen Industriestrompreis profitieren. "Deutschland und Sachsen brauchen eine leistungsfähige Gießerei-Industrie, um industriell wettbewerbsfähig zu bleiben."
In einem Positionspapier fordert die Branche unter anderem einen wirksamen Industriestrompreis sowie einen Schutz vor sogenanntem Carbon Leakage. Darunter versteht man die Verlagerung von CO2-intensiver Produktion in die Länder, die niedrigere oder gar keine CO2-Bepreisung haben. Europäische Vorgaben sollten ohne nationale Verschärfung umgesetzt werden.
Mit 22 Betrieben und rund 6.300 Beschäftigten, die einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro erwirtschaften, gilt die Gießerei-Industrie als bedeutender Wirtschaftsfaktor im Freistaat.