Freizeit
Baden vor der Haustür - Sachsens Seen locken im Sommer

Der Cospudener See bietet einen gut zwei Kilometer langen Sandstrand, grüne Buchten und einen 10,4 Kilometer langen, asphaltiert
Der Cospudener See bietet einen gut zwei Kilometer langen Sandstrand, grüne Buchten und einen 10,4 Kilometer langen, asphaltierten Rundweg um den See für Radfahrer, Inlineskater und Spaziergänger. (Archivbild) Foto
© Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

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Noch zeigt sich der Frühling wechselhaft - doch der Sommer rückt näher. In Sachsen bieten zahlreiche Seen Abkühlung. Ein Überblick.

Der Frühling zeigt sich noch wechselhaft, mit Regen und kühlen Temperaturen. Doch der Sommer ist nicht mehr weit - und mit ihm die Badesaison. Angesichts steigender Spritpreise und teurer Flugtickets könnten für viele Urlauberinnen und Urlauber in diesem Jahr Ziele vor der Haustür noch attraktiver werden.

Sachsen bietet mit seinen zahlreichen Seen viele Möglichkeiten für Badespaß. Viele sind aus ehemaligen Tagebauen entstanden und heute aufwendig renaturiert. Ein Überblick über besonders beliebte Badeseen im Land:

Leipziger Neuseenland

Die ehemals vom Braunkohleabbau geprägte Landschaft im Umland von Leipzig hat sich in eine moderne Wassersportregion verwandelt. Es entstanden und entstehen nach wie vor Bergbaufolgeseen, die teilweise bereits mit Kanälen verbunden sind und mit den Fließgewässern und Kanälen der Stadt Leipzig verknüpft werden. Dadurch wird ein Gewässerverbund zwischen Seen, natürlichen Fließgewässern und künstlichen Kanälen von etwa 220 Kilometern Länge geschaffen. Zu den Seen gehören unter anderem der Cospudener See, der Markkleeberger See, der Kulkwitzer See und der Schladitzer See.

Cospudener See

Bei den Einheimischen auch als "Cossi" bekannt, liegt der Cospudener See am südlichen Stadtrand von Leipzig und lockt jährlich mehr als 600.000 Besucher an. 

Es gibt einen gut zwei Kilometer langen Sandstrand, grüne Buchten und einen 10,4 Kilometer langen, asphaltierten Rundweg um den See für Radfahrer, Inlineskater und Spaziergänger.

Kulkwitzer See

Mit 150 Hektar Wasserfläche gehört er zu den kleineren Seen, aber er zeichnet sich durch hervorragende Wasserqualität aus. 

Eine absolute Besonderheit bildet die Unterwasserlandschaft, die mittlerweile Taucher aus ganz Deutschland in ihren Bann zieht. Zudem lockt ein Wasserskilift.

Schladitzer See

Hier wird Wassersport in allen Facetten ganz groß geschrieben. Wer immer schon einmal tauchen oder Kitesurfen wollte, findet hier im Strandbad der Schladitzer Bucht beste Infrastruktur und ideale Trainingsmöglichkeiten. Auch Stand-up-Paddler, Surfer und Segler kommen auf ihre Kosten. 

Besonders ist hier auch die Anreise. Zwischen dem S-Bahnhof Rackwitz und der Schladitzer Bucht verkehrt auf der vier Kilometer langen Strecke vom 4. Juni bis 6. September ein selbstfahrender Bus-Shuttle. 

Lausitzer Seenland

Hier ist aus dem ehemaligen Braunkohlerevier eine weitläufige Seenlandschaft entstanden, die sich ständig weiterentwickelt. Charakteristisch sind die großzügigen, miteinander vernetzten Seerundwege, die direkt am Wasser entlangführen und Radfahrer und Fußgänger einladen, die Landschaft aktiv zu entdecken.

Hinzu kommt nach Angaben des Tourismusverbandes Lausitzer Seenlands ein stetig wachsendes Netz schiffbarer Verbindungen. Ein bedeutender Meilenstein wird Ende Juni erreicht, wenn erstmals fünf Seen schiffbar miteinander verbunden sind. Mit rund 5.300 Hektar zusammenhängender Wasserfläche eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten des Wasserwanderns. Das Lausitzer Seenland verzeichnet seit 2012 jährlich ein Wachstum von etwa zwei bis fünf Prozent

Bärwalder See

Mit einer Fläche von gut 13 Quadratkilometern ist der Bärwalder See der größte Binnensee Sachsens. Er liegt im Landschaftspark Bärwalder See, einer Bergbaufolgelandschaft, die von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft rekultiviert wird. 

Der Klittener Hafen ist das maritime Zentrum des Sees mit Wasser- und Landliegeplätzen, Bootsverleih, Segelschule und eigenem Leuchtturm. Der asphaltierte Seerundweg bietet auf 21 Kilometern für Radfahrer, Skater und Läufer tolle Ausblicke aufs Wasser. Zudem bieten schwimmende Ferienhäuser maritimes Urlaubsfeeling.

Bergheider See

Er entstand durch Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Klettwitz-Nord und besticht durch die eindrucksvolle Kulisse des Besucherbergwerks F60. Die ehemalige Abraumförderbrücke ist eine der größten beweglichen Maschinen der Welt. Aus 74 Metern Höhe blickt man auf den Bergheider See und das benachbarte Naturschutzgebiet. 

Der Strand am flachen Nordufer ist breit und besticht mit feinstem Sand. Der gute Westwind sorgt bereits heute für gute Bedingungen zum Surfen und Segeln.

Geierswalder See

Über Kanäle ist der Geierswalder See mit dem Senftenberger See und dem Partwitzer See verbunden. Wegen der guten Windverhältnisse ist er bei Seglern und Surfern beliebt. In ausgewiesenen Arealen kann Wasserski und Wakeboard hinter dem Motorboot gefahren werden. 

Am Badestrand können Urlauber nach Herzenslust im Wasser planschen, Tretboote ausleihen oder beim Stand-up-Paddling über den See gleiten. Ein Markenzeichen sind die schwimmenden Ferienhäuser, die ein ganz besonderes Urlaubsfeeling bieten.

Was Badegäste beachten sollten

Der Ausbau des Wassertourismus in Sachsen birgt aber auch Gefahren. So sind laut DRK-Wasserwacht von den 35 ausgewiesenen EU-Badegewässern im Freistaat nicht einmal die Hälfte regelmäßig bewacht. Wer in offenen Gewässern badet, sollte schwimmen können und immer auf Nichtschwimmer und Kinder achten. 

Die Wasserqualität wird dagegen ständig geprüft und ist vielerorts gut bis sehr gut. Badegäste sollten dennoch auf ausgewiesene Bereiche achten, da nicht alle Uferzonen freigegeben sind - etwa aus Gründen des Natur- oder Artenschutzes.

dpa