Tiere breiten sich aus
Darum sollten Wildkätzchen nicht angefasst werden

Die Tiere sollten nicht mitgenommen werden. (Archivbild) Foto: Matthias Bein/dpa
Die Tiere sollten nicht mitgenommen werden. (Archivbild) Foto
© Matthias Bein/dpa
Die Population an Wildkatzen wächst auch in Thüringen und Sachsen weiter an. Viele verwechseln die wilden Tiere aber mit Hauskatzen und nehmen sie mit. Das kann tödliche Folgen für die Tiere haben.

Auch wenn es in Thüringen und Sachsen immer mehr Wildkatzen gibt, mitnehmen sollte man sie auf gar keinen Fall. Das kann nämlich lebensgefährlich für die Tiere sein, heißt es vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Viele Spaziergänger verwechseln die kleinen, süßen Jungtiere nämlich mit ausgesetzten Hauskätzchen und nehmen sie mit nach Hause.

"Was wie Hilfe aussieht, ist oft das Gegenteil: Wird ein gesundes Wildkätzchen mitgenommen, sinken seine Überlebenschancen drastisch", sagt Friederike Scholz, Koordinatorin des "Rettungsnetz Wildkatze" beim BUND. "Die Tiere sind sehr empfindlich, vertragen kein übliches Katzenfutter und können sich schnell mit Krankheiten von Hauskatzen infizieren."

Wildkatze streng geschützt

Die grau getigerten Wildkatzen sehen davongelaufenen Hauskatzen demnach sehr ähnlich. Das Muttertier lässt seine Jungen zudem während der Mäusejagd zurück, worauf die neugierigen Wildtiere oftmals beim Spielen entdeckt werden. Dadurch wirken sie laut dem BUND oft hilflos.

Sollte das der Fall sein, hat Scholz einen Rat für alle Finder: "Wenn Sie vermeintlich verlassene Jungtiere finden, entfernen Sie sich leise. Prüfen Sie nach etwa sechs bis zwölf Stunden, ob die Kätzchen noch da sind. Wenn das der Fall ist, rufen Sie das BUND-Infotelefon oder eine örtliche Wildtierauffangstation an."

In Deutschland steht die Europäische Wildkatze auf der Roten Liste und wird dort als "gefährdet" eingestuft. Daher ist sie streng geschützt. In Thüringen kommen sie laut BUND etwa im Thüringer Wald, im Thüringer Schiefergebirge und im Greiz-Werdauer-Wald vor. In Sachsen gibt es Populationen im Leipziger Auwald, im Werdauer Wald oder etwa in der Dübener Heide.

dpa