Nun ist es also passiert: Dynamo Dresden hat das erste Spiel im Jahr 2026 verloren. 1:2 hieß es gegen die SV Elversberg - eine Spitzenmannschaft. Also alles nicht so schlimm? Doch, denn die Niederlage war unnötig.
Keine Frage: Elversberg präsentierte sich in der zweiten Halbzeit so, wie es der Tabellenstand aussagt. Abgezockt. Clever. Sich seiner Stärken jederzeit bewusst. Aber Dynamo war 45 Minuten lang ebenbürtig. Die Saarländer standen am Rande einer Niederlage.
Dass es die nicht gab, lag an den Dresdnern. Zumindest in erster Linie. "In der zweiten Halbzeit haben wir den Faden verloren. Uns hat der Ball gefehlt, wir waren zu unsauber in den Zweikämpfen, haben die Fifty-Fifty-Zweikämpfe leider nicht gewonnen. Wenn du dann noch die leichten Fehler im Spielaufbau in der zweiten Kette machst, wird es schwierig", sagte Dynamo-Torhüter Tim Schreiber, der sich in die Selbstkritik einbezogen wissen wollte.
Dynamo vor harten Wochen
Den Bruch im Dresdner-Spiel nach dem Seitenwechsel wollen und müssen die Dynamos schnellstens analysieren. Denn mit Hannover 96 und Darmstadt 98 warten in den nächsten Wochen weitere Spitzenteams der Liga.
"In der zweiten Halbzeit haben wir gerade in der Verteidigung nicht mehr solche Intensität und Druck auf den Gegner bekommen. Wenn wir so intensiv auf der Innenverteidiger-Position ums Eck schieben wie in der ersten Hälfte, fällt das 1:1 nicht, da laufen wir den Ball ab", legte Trainer Thomas Stamm den Finger in die Wunde.
Denn: Dynamo zog sich bis zum 1:2 komplett zurück, attackierte nicht mehr im Mittelfeld, ließ zu, dass Elversberg über alle Positionen hinweg den Druck erhöhen konnte. In dieser Phase fehlte auch die Laufbereitschaft, um Lücken zu schließen.
Chancenverwertung verhindert den verdienten Punktgewinn
Und ein weiterer Fakt machte Dynamo an diesem Tag das Leben schwer: Die Chancenverwertung. Was die Dresdner vornehmlich in der Schlussphase verballerten, tat schon weh. "Die Elversberger wissen, glaube ich, selbst nicht, warum sie da so ein Glück haben. Dass diese zwei Dinger nicht reingehen, schmerzt schon", sagte Alexander Rossipal.
Der Torschütze zur Dynamo-Führung spielte auf die hundertprozentigen Chancen von Christoph Daferner und Thomas Keller an, die zum Ausgleich hätten genutzt werden müssen. Schon aus der ersten Halbzeit hätten die Sachsen mit einem deutlicheren Vorsprung als dem 1:0 gehen können.
Positive Erkenntnisse aus der Niederlage aber sind ohne Frage da. Dynamo kann gegen Spitzenteams und enorm spielstarke Mannschaften mithalten. Die fußballerischen Mittel, die die Dresdner seit der Winterpause offerieren, bringen auch Teams aus dem ersten Tabellendrittel in Verlegenheit. Auch, dass man nach einem Rückstand nicht mehr in Lethargie verfällt, sondern sofort in den Angriffsmodus übergeht, ist eine neue schwarz-gelbe Tugend.
"Wir werden dieses Spiel, genau wie die vergangenen erfolgreichen Partien in der Rückrunde, aufarbeiten. Wir haben einiges zu analysieren", sagte Kapitän Niklas Hauptmann. Der Kampf um den Klassenverbleib, das ist spätestens nach diesem Rückschlag allen klar, wird wohl bis zum letzten Spieltag anhalten.