Nach dem Thüringenderby in der Fußball-Regionalliga zwischen Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt ermittelt die Polizei wegen Beleidigung und Bedrohung des Jenaer Bürgermeisters Benjamin Koppe (CDU). Im Jenaer Stadion sei in der Zone der Jenaer Ultras zeitweilig ein Banner mit dem Konterfei des Kommunalpolitikers in einem Fadenkreuz über die Bande gehängt worden, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Das Banner habe eine Größe von etwa 2,50 mal 2,50 Meter gehabt. Die Polizei habe Videoaufnahmen von dem Vorfall gefertigt und erhoffe sich dadurch konkrete Hinweise auf die Täter.
Koppe ist als Bürgermeister in Jena der zuständige Dezernent unter anderem für Sicherheit. Für die Ultras, Hardcore-Fans des Fußballregionalligisten, ist er seit Monaten Zielscheibe von Kritik und auch Beleidigungen. Auch im Stadtbild waren in der Vergangenheit bereits Parolen gegen den CDU-Politiker aufgetaucht. Im Vorfeld des Duells der Traditionsvereine aus Jena und Erfurt, das als Hochrisikospiel eingestuft wurde, hatte die Begrenzung der Zahl der Gästetickets für Ärger bei den Ultras beider Vereine gesorgt.
Den Gästefans aus Erfurt waren wegen Sicherheitsbedenken statt der üblichen 1.500 nur 800 Gästetickets im Fanblock zugestanden worden. Aus Protest verzichteten die Erfurter Fans darauf, die Tickets in Anspruch zu nehmen, der Gästeblock blieb leer.
Vor Spielbeginn hatten etwa 700 Fans aus Erfurt in Jena gegen die Begrenzung protestiert, parallel zogen rund 2.000 Jenaer Fans in einem Marsch ins Stadion. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die Lager zu trennen.