Thüringens Energieminister Tilo Kummer sieht vom Bund geplante Einschnitte bei der Förderung neuer, kleiner Solaranlagen kritisch. Beim diskutierten Förderstopp für solche Dachanlagen sei Vorsicht geboten, sagte der BSW-Politiker in Erfurt. "Würden die Pläne eins zu eins umgesetzt, könnten sie Verunsicherungen und Investitionsstopps zur Folge haben." Das betreffe in Thüringen viele Haushalte, die den Kauf einer Solaranlage erwägen oder vor einem Hausprojekt stünden. In den vergangenen Jahren waren tausende neue Solaranlagen im Freistaat installiert worden.
Die aktuelle Einspeisevergütung für Solarstrom liege für typische Selbstnutzer unter acht Cent. "Da geht es um wenige hundert Euro im Jahr", sagte Kummer. Wegen solcher Beträge sollte der Solarausbau nicht abgebremst werden, sagte er in Richtung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).
Viele private Betreiber wären vermutlich überfordert mit der eigenen Vermarktung von überschüssigem Strom. Ohne klare Strukturen und Unterstützungsmechanismen drohten zusätzliche Kosten und Abschreckung durch zusätzliche Bürokratie.
Vor allem Hausbesitzer betroffen
Ein Förderstopp sei auch angesichts der ohnehin hohen Energiepreise und der Auswirkungen des Iran-Kriegs unangemessen. Dachflächen in dicht besiedelten Regionen seien ein wichtiger Baustein der dezentralen Energiewende. Betroffen von Investitionshemmungen wären nicht nur private Haushalte, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette von Handwerk bis Industrie, was unmittelbar Arbeitsplätze beeinträchtigen würde, auch in Thüringen.
Bei kleinen Photovoltaik-Dachanlagen gilt bisher: Wer Solarstrom in das Netz einspeist, erhält 20 Jahre lang pro Kilowattstunde einen festen Betrag - dieser ist abhängig etwa von der Anlagengröße und dem Umfang der Einspeisung ins Netz. Nach Einschätzung von Fachleuten würde die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen vor allem Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern treffen.