Gesundheitsversorgung
Thüringen bleibt bei Ärztedichte im bundesweiten Hinterfeld

Ende vorigen Jahres kamen im Freistaat auf 100.000 Einwohner knapp 214 Mediziner und Psychotherapeuten. (Symbolbild) Foto: Bernd
Ende vorigen Jahres kamen im Freistaat auf 100.000 Einwohner knapp 214 Mediziner und Psychotherapeuten. (Symbolbild) Foto
© Bernd Weißbrod/dpa
In Thüringen arbeiten viele Ärztinnen, doch die Zahl der Praxisärzte pro Einwohner ist generell weiterhin niedrig. Was die Statistik außerdem zeigt.

Thüringen rangiert trotz einer gestiegenen Zahl an Ärztinnen und Ärzten in den Praxen im bundesweiten Vergleich weiterhin im hinteren Feld. Ende vergangenen Jahres kamen im Freistaat auf 100.000 Einwohner knapp 214 Mediziner und Psychotherapeuten, wie aus einer Auswertung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervorgeht. Ein Jahr zuvor lag die Ärztedichte bei etwa 206 je 100.000 Einwohner. 

Im Ländervergleich belegt der Freistaat damit in der jüngsten Statistik bei der Ärztedichte den fünftletzten Platz. Der Frauenanteil in Thüringens Ärzteschaft lag Ende vergangenen Jahres demnach bei 58 Prozent und damit über dem der meisten Bundesländer. 

Zugleich waren nur zehn Prozent der Mediziner und Psychotherapeuten älter als 65 Jahre - bundesweit niedriger war der Wert nur in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Das Durchschnittsalter der Mediziner in Thüringen lag der Auswertung zufolge bei 52,9 Jahren.

Weimar bei Hausärzteversorgung bundesweit mit an Spitze

Ein positives Bild zeigt sich bei der Hausarztdichte im Freistaat. Demnach kommen in Thüringen im Schnitt 68,1 Mediziner auf 100.000 Einwohner. Bundesweit mit am stärksten ist das Versorgungsangebot in Weimar - mit 89,5 Hausärzten auf 100.000 Menschen. Die Stadt belegt damit deutschlandweit den fünftbesten Platz.

In ganz Deutschland wurden 2025 mehr Praxisärzte gezählt. Ende vergangenen Jahres waren 191.875 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Zulassung zur Versorgung gesetzlich Versicherter tätig. Das waren 2.324 mehr als Ende 2024. Im Schnitt aller Fachgruppen nahm der Teilzeitanteil aber weiter auf nunmehr 40 Prozent zu.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte: "Die zur Verfügung stehende Arztzeit bleibt begrenzt." Viele junge Ärztinnen und Ärzte tendierten zu einer Anstellung statt einer eigenen Praxis und zu Teilzeit. "Diese Entwicklung muss ernst genommen werden." Denn ohne die Praxen laufe in der Versorgung so gut wie nichts.

dpa