Das sommerlich-warmen Pfingstwochenende haben viele Menschen in Thüringen für Ausflüge oder eine Erfrischung im Freibad genutzt. Christen feierten das kirchliche Fest teils bei Gottesdiensten unter freiem Himmel. Die Temperaturen stiegen bereits am Samstag über die bisherigen Höchstwerte des laufenden Jahres von Anfang Mai. In Schwarzburg (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) wurden am Samstag laut Deutschem Wetterdienst 29,2 Grad gemessen.
Erfrischung im Freibad
Für Thüringens Freibäder bedeutete das nach längerer Durststrecke einen Besucherzulauf. Nach Angaben des Sozialministeriums gibt es thüringenweit rund 165 Freibäder und 28 natürliche Badegewässer
Die Wassertemperatur am Freibad Nordstrand in Erfurt betrug an Pfingstmontag nach Angaben der Betreiber 18 bis 19 Grad. Das Besucheraufkommen sei gut, sagte ein Sprecher. Abgesehen von einem Wochenende Anfang Mai sei es das erste Wochenende mit größerem Besucherandrang.
Das freundliche Wetter regte viele Menschen im Freistaat auch zu Ausflügen oder Wanderungen an. Zahlreiche Veranstaltungen lockten Besucher - etwa der Mittelaltermarkt mit Ritterturnier in Ohrdruf oder ein Mittelalterspektakel auf Burg Posterstein im Dreiländer-Eck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
An Pfingstmontag öffneten zahlreiche historische Mühlen im Freistaat. Besucher konnten teils selbst Mehl mahlen, es gab Rundgänge und Vorführungen. Den Deutschen Mühlentag gibt es seit 1994 bundesweit am Pfingstmontag.
Gießkannen bereitstellen
Einige Gottesdienste fanden an Pfingstsonntag und Pfingstmontag unter freiem Himmel statt. In Großbreitenbach im Ilm-Kreis war etwa ein Waldgottesdienst geplant, auf der Krayenburg im Wartburgkreis sollte der traditionelle Burggottesdienst stattfinden.
Das Pfingstfest ist nach Weihnachten und Ostern der dritte Höhepunkt im Kirchenjahr. Die Christen feiern zu Pfingsten den Geburtstag ihrer Kirche und den Beginn der Verbreitung der christlichen Botschaft.
Zum Start in die Arbeitswoche dreht das sommerliche Wetter noch einmal auf: Ein Sprecher des DWD ging am Sonntag davon aus, dass bereits am Dienstag die 30-Grad-Marke im Freistaat geknackt werden könnte. Regenschauer dagegen sind den Experten zufolge nur vereinzelt möglich - etwa im Thüringer Wald. Gartenfreunde sollten sich die Gießkannen also schon mal bereitstellen, denn in weiten Teilen Thüringens soll es weiter sommerlich-warm und trocken bleiben. "Wer gut gewirtschaftet hat, hat ja jetzt volle Regenfässer", sagte ein Meteorologe des DWD. Vor dem kommenden Wochenende sei nicht mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen.
Im Süden Thüringens stieg die Waldbrandgefahr im Forstamt Heldburg, das in den Landkreisen Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen liegt, am Wochenende zwischenzeitlich auf Stufe vier - "Hohe Gefahr", wie aus der Waldbrandgefahren-Karte von Thüringenforst hervorging. In dieser Stufe können den Angaben nach öffentlich zugängliche Feuerstellen und Grillplätze vom Forstamt geschlossen werden. Die höchste ist die Stufe fünf "Sehr hohe Gefahr". Am Montag lagen hingegen alle Thüringer Forstämter in den Gefahrenstufen drei oder zwei. Im Osten des Freistaats wird die Gefahr beispielsweise etwas höher eingeschätzt als im Norden.