Die Bedingungen bei der Stromversorgung in Thüringen und Berlin sind nach Angaben der Thüringer Energie AG nicht zu vergleichen. Im Gegensatz zu der Metropole, die derzeit mit einem Stromnetz-Anschlage zu kämpfen hat, dominierten in Thüringen Freileitungen, die sich bei Vorfällen schneller reparieren ließen, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage in Erfurt.
Erdkabel oder Kabelbrücken, die in Berlin angegriffen wurden, gebe es im Freistaat kaum. Trotzdem: "Eine 100-prozentige Sicherheit ist nicht zu garantieren", sagte der Sprecher des größten Thüringer Versorgers mit etwa einer halben Million Strom- und Gaskunden.
Innenminister: Anschläge grundsätzlich möglich
Die Thüringer Energie AG (TEAG/Erfurt) verfügt nach eigenen Angaben über etwa 40.000 Kilometer Stromnetz. Hinzu kämen die Netze der Stadtwerke. So weitläufige Stromleitungen könnten trotz verschiedener Sicherheitsvorkehrungen nicht ständig und durchgehend kontrolliert werden. Freileitungen ließen sich jedoch unabhängig von der Witterung in etwa 24 Stunden reparieren. In Berlin wird eine Reparaturzeit von mehreren Tagen diskutiert, die auch aus den frostigen Temperaturen resultieren soll. Tausende Berliner sind derzeit ohne Strom.
Innenminister Georg Maier (SPD) sagte MDR Thüringen, dass auch in Thüringen grundsätzlich Anschläge wie in Berlin auf die Stromversorgung möglich seien. Hundertprozentigen Schutz könne es nicht geben. Maier schlug vor, bestimmte Veröffentlichungspflichten, wo welche Leitungen liegen, einzuschränken. Damit sollten Informationen über empfindliche Stellen nicht einfach offengelegt werden können.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es zu einem größeren flächendeckenden Stromausfall durch einen Anschlag in Thüringen kommt, sei der Katastrophenschutz grundsätzlich gewappnet, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. In den Lagern würden etwa auch Stromgeneratoren vorgehalten. Allerdings hänge es vom Umfang der Katastrophe ab, ob diese tatsächlich ausreichten.