Thüringens Außenhandel hat im vergangenen Jahr geschwächelt, der Freistaat sucht neue Märkte für seine Industrie: Ministerpräsident Mario Voigt will daher bei einer Reise nach Indien neue Wirtschaftskooperationen suchen. Daneben soll es auch um Möglichkeiten zur wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit gehen.
Der CDU-Politiker will das einwohnerreichste Land der Welt im Zeitraum vom 30. Mai bis 6. Juni mit einer Delegation besuchen, wie die Staatskanzlei in Erfurt mitteilte. Indien gilt als einer der dynamischsten Wachstums- und Innovationsmärkte weltweit.
Auch die Gewinnung von Fachkräften für den Freistaat steht im Fokus der Reise. In Thüringen scheiden in den Jahren bis 2035 Zehntausende Arbeitnehmer aus Altersgründen aus dem Erwerbsleben aus.
Bedeutung als Handelspartner noch nicht groß
Stationen der Reise sind laut Staatskanzlei die Hauptstadt Neu-Delhi sowie Hyderabad und die IT-Hochburg Bangalore. Thüringen wolle vor allem mit seiner Industrietradition, aber auch einem investorenfreundlichen Umfeld werben.
Der Handel mit Indien ist ausbaufähig. Bisher liegt Indien bei den Thüringer Exporten auf Rang 24 der Länder, bei den Einfuhren ebenfalls. Das Exportvolumen betrug zuletzt nach Zahlen des Wirtschaftsministeriums rund 184 Millionen Euro. Nach China werden dagegen Waren im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro geliefert, in die USA sogar im Wert von 2 Milliarden Euro.
Thüringens Exporte waren im vergangenen Jahr vor allem wegen der Zollpolitik der USA um 1,1 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro gesunken.