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Restdosen für Impfwillige "Der Ansturm hat uns völlig überrascht": Terminstart bei Impfportal verzögert sich

Sofort impfen: Impfung gegen das Coronavirus
Mehr als 45 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus wurden in Deutschland bereits verabreicht. Jüngere und gesunde Menschen gingen bislang überwiegend leer aus.
© Sven Hoppe / DPA
Das Portal "sofort-impfen.de" stellt Impftermine für Menschen in Aussicht, die bislang leer ausgegangen sind. Nun aber verzögert sich der Start der Terminvermittlung. Der stern hat bei den Betreibern nachgehakt: Was sind die Gründe? Und wann können Wartende auf die ersten Termine hoffen?

Für viele jüngere und gesunde Menschen liegt die Aussicht auf einen Impftermin derzeit noch in weiter Ferne: In den Arztpraxen und Impfzentren werden in den kommenden zwei Wochen weiterhin überwiegend Menschen aus den Priorisierungsgruppen geimpft. Und selbst ein Platz auf einer Warteliste für die Zeit nach dem 7. Juni – dem Tag, an dem die Priorisierung bundesweit aufgehoben werden soll – ist derzeit kaum zu bekommen.

Abhilfe will das Portal "sofort-impfen.de" schaffen, indem es Impfwillige mit Arztpraxen zusammenbringt, die übrig gebliebene Impfstoffdosen anbieten. Interessierte müssen dafür lediglich ihre E-Mail-Adresse und Postleitzahl angeben und sollen künftig über freie Impftermine in ihrer Umgebung informiert werden. Die Betreiber wollten ersten Berichten zufolge bereits in der vergangenen Woche mit der Terminvermittlung loslegen. Entsprechend groß war das Medienecho. Nun aber wird sich der Start voraussichtlich um einige weitere Tage verzögern. Was sind die Gründe?

Man sei von dem Ansturm "völlig überrascht" worden, sagt Johannes Gerster, Mitbegründer von "sofort-impfen.de" auf Anfrage des stern. Das Portal zählt aktuell rund zwei Millionen Impfinteressenten und über 600 impfende Ärzt:innen.

"Wir mussten die Vermittlungsfunktionalität entgegen unseres ursprünglichen Plans komplett neu denken und von einer zentralen Softwarearchitektur auf eine dezentrale Softwarearchitektur umstellen", so Gerster. "Mit anderen Worten, wir sind gerade dabei, das Backend komplett neu zu programmieren und um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, sind wir auf umfangreiche Tests der Funktionalität angewiesen." Zu diesem Zweck seien zusätzliche Softwareentwickler:innen engagiert worden.

Nach der Testphase soll die Vermittlungsfunktion deutschlandweit "so schnell wie möglich" freigeschaltet werden, heißt es in einer Mail, die am Wochenende an bereits registrierte Impfinteressenten verschickt wurde. Doch wann können Impfwillige konkret mit den ersten Terminen rechnen? "Wenn alle Tests erfolgreich verlaufen, rechne ich damit in der kommenden Woche ein "go" von unseren Softwareentwickler:innen zu erhalten und dann mit der Vermittlungsfunktionalität starten zu können."

Wer steckt hinter "sofort-impfen.de"?

Das Team setzt sich eigenen Angaben zufolge aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern "unterschiedlicher Fachrichtungen" zusammen. "sofort-impfen.de ist eine Non-Profit Organisation, die sich durch freiwillige Zuwendungen finanziert", heißt es auf der Website. Auch das Thema Datensicherheit haben die Betreiber im Blick. "Wir garantieren "state of the art"-Datenschutz – um den zu gewährleisten, nehmen wir einige Tage Verzögerung beim Start der Matchingfunktion gerne in Kauf", sagt Gerster.

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Grundsätzlich arbeite das Portal nach dem Prinzip der Datensparsamkeit, das bedeute, dass nur die für die Impfterminvermittlung notwendigen Daten (E-Mail-Adresse und Postleitzahl) erhoben würden. "Außerdem werden die E-Mail-Adressen der Impfinteressenten verschlüsselt gespeichert und der vermittelte Impftermin an sich, der auch den 'gebuchten' Impfstoff enthält, wird nur auf dem Gerät des Nutzers und nicht in unserer Datenbank gespeichert."

Der gesamte Quellcode sei opensource, betont Gerster. "Schlussendlich werden alle Daten eines Impfwilligen 24 Stunden nach erfolgtem Impftermin aus unseren Datenbanken gelöscht."


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