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Tiktok-Trend "Perineum Sunning" – warum es keine gute Idee ist, den nackten Hintern in die Sonne zu strecken

Frau am Strand
Beim "Perineum Sunning" rekeln sich Anhänger:innen dieses Wellness-Trends in verschiedenen Positionen in der Sonne – mit dem Ziel, dass die Sonnenstrahlen direkt auf den Damm fallen.
© Victoria Kotlyarchuk / Getty Images
Auf dem Rücken liegend und die Beine weit gespreizt in die Luft gestreckt – so rekeln sich zig Menschen auf Tiktok in der Sonne. Dieser skurrile Wellness-Trend nennt sich "Perineum Sunning" und zielt darauf ab, den Bereich um das Poloch zu sonnen. Doch Expert:innen warnen davor, es nachzumachen.

Menschen machen die verrücktesten Dinge, wenn es ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden zuträglich sein soll. Ein Wellness-Trend, der nun durch die Social-Media-Plattform Tiktok wieder aufgewärmt wurde: sich den Bereich, um das Poloch zu sonnen. Genauer gesagt, den Damm – also der Bereich zwischen After und Vulva oder After und Hodensack. Auf Tiktok tummeln sich allerhand Videos, auf denen Menschen fröhlich vorgebeugt ihren nackten Hintern der Sonne entgegen strecken oder auf den Rücken liegend, die Beine spreizen und so ihren Damm in die Sonne halten. Die Befürworter:innen schwören auf diese Technik. Das sogenannte "Perineum Sunning" soll Anwender:innen angeblich mit einem Vitamin D-Booster versorgen, den Hormonhaushalt ausbalancieren, für einen besseren Schlaf sorgen, eine schöne Bräune verleihen und sogar zu einer gesteigerten Libido führen. Wow – und das alles, indem man seinen nackten Po für ein paar Minuten in Richtung Sonne streckt.

Bei Tiktok gibt es zwar rund drei Millionen Aufrufe unter dem Hashtag "perineumsunning", doch zu einer guten Idee wird dieser Wellness-Trend dadurch nicht. Zwar stimmt es, dass der Körper aus dem Sonnenlicht Vitamin D herstellt. Und dieses Vitamin ist für uns wichtig – es ist unter anderem essenziell für den Knochenstoffwechsel. Doch um Vitamin D aufzunehmen, müssen wir nicht ausgerechnet unseren nackten Hintern in die Sonne halten. Einen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass wir Vitamin D über den Damm besonders gut aufnehmen könnten, gibt es nicht, schilderte die Dermatologin Susan Bard gegenüber "Healthline".

"Perineum Sunning" – Gefahr für Hautkrebs

Hilfreich für den Körper ist dieser Trend nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Die empfindliche Körperregion der Sonne so direkt auszusetzen, kann sogar schädlich sein. "Unsere Haut reagiert auf die gleiche Weise auf UV-Strahlung, sei es über den Damm oder das Gesicht. Eine UV-Exposition kann DNA-Schäden verursachen, die zur Entstehung von Hautkrebs führen", sagte die Dermatologin Tanya Kormeili gegenüber "Healthline". Auch auf Tiktok kritisieren Hautärzt:innen die Praxis. Einer von ihnen ist Dustin Portlela. Er beschreibt, dass das Areal zwischen Vulva und Anus und After und Hodensack sehr empfindlich ist. Eben weil diese Region normalerweise eher selten Sonne abbekomme, sei sie besonders anfällig für einen Sonnenbrand. Anwender:innen würden so ihr Risiko für Hautkrebs steigern. Der Hautarzt schildert, dass er schon Hautkrebs am Anus habe entfernen müssen – und das wolle niemand erleben. Wer sich also unbedingt den Damm sonnen will, sollte zumindest Sonnenschutzcreme auftragen, um einen Sonnenbrand zu verhindern.

Den Energieboost, den sich viele Anhänger:innen von "Perineum Sunning" versprechen, werden sie durch den Wellness-Trend nicht bekommen – sie bekommen höchstens einen Sonnenbrand. Und wie sich der in dieser Körperregion wahrscheinlich anfühlt, kann sich jeder und jede denken, auch wenn man es noch nicht selbst erlebt hat. Eine wesentlich einfachere und ungefährlichere Methode, um das Energielevel zu steigern, ist sehr viel banaler. Nämlich: Auf ausreichend viel Schlaf und im Idealfall regelmäßige Schlafens- und Aufstehzeiten zu achten. Auch regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind wichtig, um mehr Energie zu haben.

Quellen:Tiktok 1, Healthline, Tiktok 2

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