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Abnehmen: Crash-Diäten machen dick und krank

Viele Menschen, die sich über die Feiertage ihren Wohlstandsspeck fröhlich angemästet haben, beginnen nun eine undurchdachte Hungerkur, mit der sie ihre Gesundheit ruinieren.

Viele Menschen, die sich über die Feiertage ihren Wohlstandsspeck fröhlich angemästet haben, beginnen nun eine undurchdachte Hungerkur, mit der sie ihre Gesundheit ruinieren. Ist die Crash-Diät vorbei, wundern sie sich über den Jo-Jo-Effekt, der beim Fasten oder bei der so genannten Nulldiät besonders ausgeprägt ist.

Statt Fettgewebe schmelzen Muskeln

"Fasten kann sogar mit dem Tod enden, da es unter anderem auch den Herzmuskel schädigt", warnt der Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, Sven-David Müller. Bei einseitigen Diäten öffnet der Körper sozusagen die "Speisekammer" und bricht seine Vorräte an. Leider sind es nicht die Fettdepots in den Schwimmringen an den Hüften, sondern in erster Linie das stoffwechselaktive Muskelgewebe, das dem Fasten zum Opfer fällt. Auch die lebensnotwendigen Speicher an Mineralstoffen und Vitaminen werden entleert.

Ist die "Hungersnot" für den Körper vorbei, und bekommt er wieder genug Kalorien, dann sammelt er eifrig Fettvorräte, um die nächste Radikalkur zu bestehen, die unweigerlich kommt. Auf diese Weise ist der Jo-Jo-Effekt programmiert. Dadurch machen Crash-Diäten und Fastenkuren dick und krank, aber nicht gesund und schlank, wie Müller betont.

Ballaststoffe machen satt und schlank

Noch ist das komplizierte System nicht erforscht, welches die Nahrungsaufnahme und den Appetit reguliert. Nach Angaben der Ernährungsmedizinerin Christine Metzner wird die Information, dass der Magen gedehnt ist, über Fasern des Vagusnerves an das Zentralnervensystem gemeldet. Ein gut gefüllter Magen stoppt also die Nahrungsaufnahme. Auf lange Sicht wirkungsvoll abnehmen kann demnach nur, wer satt ist, wie die Expertin erklärt.

Sowohl satt als auch schlank machen können vor allem ballaststoffreiche Kost wie Vollkornprodukte, Obst, Salat, Gemüse und Hülsenfrüchte, denn sie sind relativ energiearm. Metzner rät übergewichtigen Menschen auch zu drei Mahlzeiten am Tag, denn die bisher oftmals empfohlenen vier kleinen Mahlzeiten "machen weder satt noch glücklich".

Einen dauerhaft erfolgreichen Ausweg aus dem Dilemma können nach Meinung von Ernährungsexperten nur ganzheitliche Therapieansätze leisten, die eine Umstellung der Ernährung mit einer Umstellung des Verhaltens und mit viel mehr körperlicher Bewegung im Zusammenhang sehen.

Jochen Wiesigel/AP/AP/DPA

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