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Heuschnupfen: 2014 wird ein hartes Jahr für Pollenallergiker

Die meisten Menschen dürften bei den milden Temperaturen aufatmen, bei Pollenallergikern ist die Freude getrübt. Ein Allergologe erklärt, was bereits fliegt und was Heuschnupfengeplagte tun können.

Von Lea Wolz

Die Pollensaison beginnt immer früher und endet später. Fast das ganze Jahr hindurch liegt mittlerweile was in der Luft.

Die Pollensaison beginnt immer früher und endet später. Fast das ganze Jahr hindurch liegt mittlerweile was in der Luft.

Milde Temperaturen, zwitschernde Vögel und Sonnenschein: Der Frühling kündigt sich in diesen Tagen vielerorts an. Was für viele ein Grund zur Freude ist, bedeutet für Pollenallergiker zugleich, dass ihre Leidenszeit wieder beginnt. "Die Pollensaison ist in diesem Jahr besonders früh gestartet", sagt der Allergologe Karl-Christian Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst und Leiter der allergologisch-pneumologischen Ambulanz am Allergie-Centrum der Berliner Charité. Schon Mitte Dezember seien die ersten Haselnusspollen geflogen, üblicherweise beginnt die Allergiesaison erst im Februar und März.

Diese Haselnussblüte ist mittlerweile fast durch. Lediglich in Norddeutschland, wo die Vegetation verglichen mit Süddeutschland etwas hinterherhängt, könnten noch vereinzelt Haselnusspollen freigesetzt werden. "Jetzt ist die Erle dran", sagt Bergmann stern.de. Im März leiden dann die Birkenpollenallergiker. Im Mai, Juni und Juli fliegen die Gräserpollen. Ende Juli, August und September folgen die Kräuterpollen.

"Generell beobachten wir, dass die Allergiesaison immer länger wird", sagt Allergologe Bergmann. Sie starte nicht nur immer früher, sondern ende auch später: "Die Pollen der Beifuß-Ambrosie verbreiten sich mittlerweile bis Ende November."

Besonders die stark allergenen Birkenpollen, die ab März fliegen, bereiten vielen Menschen Probleme. "Sie haben in den vergangenen Jahren kräftig zugenommen", sagt Bergmann. Und auch für dieses Jahr erwartet der Experte eine starke Birkenblüte. "2013 war schon ein Birkenjahr, 2014 rechnen wir noch einmal mit deutlich mehr Birkenpollen, vor allem in Nord- und Mitteldeutschland."

Jucken, Niesen, tränende Augen

Allergikern rät er, sich nun mit Medikamenten einzudecken: Antiallergische Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen können die typischen Symptome - etwa tränende und juckende Augen oder eine verstopfte Nase - lindern. Vor allem sei es aber wichtig, sich gut über die Allergie zu informieren. "Wer weiß, welche Pollen ihm Probleme bereiten, leidet weniger."

Auch eine Immuntherapie - eine Art Impfung gegen die Allergie, bei der sich das Immunsystem langsam an die Allergieauslöser gewöhnen soll - sei durchaus noch sinnvoll, sagt Bergmann. "Besser ist es zwar, damit vor Beginn der Allergiesaison zu starten", rät der Allergologe. "Aber auch während der Saison ist es möglich." Bei der Immuntherapie ist allerdings Geduld gefragt. "Nach drei bis vier Monaten Behandlungszeit verbessern sich bereits die Symptome", sagt der Arzt. "Doch damit die Therapie dauerhaft hilft, muss sich über Jahre hinweg konsequent durchgeführt werden.

Eine schnellere Hilfe bei der Allergie versprechen neben Medikamenten auch Allergie-Apps. So gibt etwa der Polleninformationsdienst die "Pollen App" heraus. Mit dieser lassen sich die individuellen Symptome erfassen, auf dieser Grundlage ermittelt die App eine persönliche Vorhersage über wahrscheinliche Beschwerden für die kommenden Tage. "In gut zwei Wochen wird zudem eine überarbeite Version der App veröffentlicht", sagt Bergmann. "Diese ist nicht nur schneller, sie ist auch noch einmal besser an den Benutzer angepasst."

Was ist eine Allergie? Was tun, wenn das Immunsystem verrückt spielt? Über Erkrankungen, Therapie und Maßnahmen zum Vorbeugen informiert der stern-Ratgeber "Allergie". Welche Pollen fliegen gerade? Eine Übersicht darüber, was sich momentan in der Luft verbreitet, bietet die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst..

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