VG-Wort Pixel

Stiftung Warentest Diese Mittel helfen gegen Heuschnupfen

Jeder fünfte Deutsche leidet unter Heuschnupfen
Jeder fünfte Deutsche leidet unter Heuschnupfen
© Colourbox
Sprays, Tropfen, Säfte und Tabletten: Stiftung Warentest hat die besten und günstigsten frei erhältlichen Mittel gegen Heuschnupfen aufgelistet. Wer sparen will, sollte zu Nachahmerpräparaten greifen.

Zumindest eine Gruppe von Menschen dürfte sich über den kühlen Frühling freuen: Allergiker. Wenn die Natur zum Leben erwacht, beginnt ihre Leidenszeit. Jeder fünfte Deutsche hat Heuschnupfen. Erblühen Sträucher, Bäume, Kräuter und Gräser, haben die Betroffenen mit Niesattacken, tränenden Augen und Husten zu kämpfen. Schlimmstenfalls entwickelt sich ein allergisches Asthma.

Abhilfe gegen die Allergie-Symptome versprechen rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke. Die 50 besten und preiswertesten frei verkäuflichen Mittel hat Stiftung Warentest in dem aktuellen Heft aufgelistet. Die Medikamente, die sich nach Einschätzung der Warentest Arzneimittelexperten zur Behandlung von Allergien eignen, sind in vier Kategorien unterteilt:

  • Tabletten, Tropfen, Sirup und Saft zum Einnehmen
  • Nasensprays
  • Augentropfen
  • Kombipackungen mit Nasenspray und Augentropfen

Bei einer Allergie lösen an sich harmlose Stoffe - wie etwa die Pollen von Birken, Haselsträuchern oder Erlen - eine überschießende Reaktion des Immunsystems aus. Dabei wird Histamin im Körper freigesetzt, ein Gewebshormon, das für die typischen Allergiesymptome wie Juckreiz, Schwellungen, Husten und Schnupfen verantwortlich ist.

Verschiedene Wirkungsweisen

Sogenannte Antihistaminika blockieren die Rezeptoren für Histamin auf den Zellen, die Reaktion des Immunsystems wird dadurch abgeschwächt. Vorteilhaft an diesen Mitteln ist, dass sie akut wirken, also direkt bei Beschwerden eingesetzt werden können. Medikamente mit Wirkstoffen wie Cromoglicinsäure oder Lodoxamid sollten hingegen bereits vorbeugend eingenommen werden - etwa ein bis zwei Wochen vor dem Pollenflug. Diese sogenannten Mastzellstabilisatoren verhindern die Freisetzung von Histamin aus den Abwehrzellen der Schleimhäute.

Zu Antihistaminika zum Einnehmen rät Stiftung Warentest, wenn Augentropfen und Nasensprays nicht mehr ausreichen. Als günstig und gut sind im aktuellen Heft 16 Mittel unterschiedlicher Hersteller mit dem Wirkstoff Cetirizin und vier Präparate mit dem Wirkstoff Loratadin aufgelistet. Der Vorteil dieser sogenannten Antihistaminika der zweiten Generation: Sie gelangen kaum ins Gehirn - und lösen daher seltener Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit aus. Als günstige und gut listet Warentest etwa die Tabletten Cetirizin ADGC (20 Stück für 2,96 Euro) oder Lora ADGC (20 Stück für 2,70 Euro) auf. Die günstigsten Tropfen sind unter dem Handelsnamen Cetirizin 1A Pharma oder Cetirizin AL (beide 10 Milliliter für 9,31 Euro) erhältlich.

Besser ohne Konservierungsstoffe

Gegen juckende Nasen und gereizte Augen empfiehlt Warentest Medikamente mit je einem von vier Wirkstoffen: Cromoglicinsäure und Lodoxamid, die bereits vorbeugend eingesetzt werden sollten, und die Antihistaminika Azelastin und Levocabastin, die akut helfen. Bei den Nasensprays mit Cromoglicinsäure ist Crom ophtal (15 Milliliter für 6,37 Euro) unter den Produkten ohne Konservierungsstoffe das günstigste, bei den Augentropfen mit diesem Wirkstoff ist Dispacromil sine EDP (20 Pipetten für 4,97 Euro) am preiswertesten.

Generell rät Warentest dazu, besser unkonservierte Mitteln zu nehmen, da Konservierungsstoffe die Flimmerhärchen der Nasenschleimhaut oder die Hornhaut schädigen und selbst zu Allergien führen können. Wer Geld sparen will, sollte zudem zu Nachahmerpräparaten, sogenannten Generika, greifen. Ist der Patentschutz ausgelaufen, dürfen andere Hersteller das Orginalmedikament mit demselben Wirkstoff nachbauen. Solche Mittel sind "nicht weniger sicher, aber billiger", schreibt Warentest. Zum Vergleich: 20 Tabletten des Nachahmerpräparates Cetirizin ADGC sind für 2,96 Euro zu haben, das Original ist fast sechsmal teurer und schlägt mit 17,29 Euro zu Buche.

Kombipackungen sind günstiger

Sparen lässt sich auch mit Kombipackungen: Im Set kosten die Mittel oft 15 Prozent weniger als einzeln, schreibt Warentest. Unter den Mitteln mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure ist das unter dem Handelsnamen erhältliche Allergocrom Set am günstigsten (10 Milliliter Augentropfen und 15 Milliliter Nasenspray für 9,94 Euro). Am preiswertesten unter den Medikamenten mit schneller Wirkung ist Allergodil akut Duo (4 Milliliter Augentropfen und 10 Milliliter Nasenspray für 16,15 Euro).

Um die Pollen auf Abstand zu halten, reichen manchmal aber auch ein paar Tipps: So sollten Allergiker etwa zu Tageszeiten lüften, wenn weniger der winzigen Übeltäter fliegen - in der Stadt ist dies frühmorgens, auf dem Land abends. Für eine gute Nachtruhe empfiehlt es sich auch, vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen. Einen Überblick, was sich gerade über die Luft verbreitet, liefert die Pollenflugvorhersage.

Alle 50 Heuschnupfenmittel, ihre Bewertung und ihren Preis finden Sie unter www.test.de

lea

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker