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Definition Allergie: Wenn das Immunsystem verrückt spielt

Unter einer Allergie versteht man eine krank machende Überreaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Stoffe der Umgebung. Problematisch sind vor allem Pollen, Insektengifte sowie Arzneimittel.

Fachliteratur

Was geschieht bei einer Allergie? Dazu gibt es jede Menge Fachliteratur

Die medizinische Fachwelt kennt das Wort "Allergie" bereits seit etwas mehr als 100 Jahren. Der Begriff geht zurück auf Clemens von Pirquet (1874-1929), einen österreichischen Kinderarzt und Klinikleiter aus Wien, der ihn 1906 eingeführt hatte. Pirquet verstand damals, dass Antikörper, die eigentlich nützlich sind für den Organismus, weil sie Fremdkörper bekämpfen, auch an schädlichen Überreaktionen des Immunsystems beteiligt sein können. Dabei tritt genau das Gegenteil dessen ein, was erreicht werden sollte: Die körpereigene Abwehr, die den Organismus unempfindlich oder immun gegenüber Substanzen aus der Umwelt machen sollte, verursacht stattdessen eine Überempfindlichkeit.

Um diesen Mechanismus besser zu verstehen, ist es hilfreich, den Normalzustand zu kennen. Normalerweise kommt das Immunsystem laufend mit Fremdkörpern in Berührung und muss als Verteidigungsinstanz bei jedem entscheiden, welche harmlos sind und welche nicht. Bei ein und derselben Substanz geschieht das jedoch nicht jedes Mal aufs Neue. Das Immunsystem merkt sich, welche Stoffe es bereits kennt und als ungefährlich eingestuft hat. Diese werden in der Folge toleriert und lösen keine Beschwerden aus.

Fehlgeleitete Abwehr

Anders ist es, wenn das Immunsystem eine eigentlich harmlose Substanz, etwa Eiweiße aus Kuhmilch oder Pollen irrtümlich als gefährlich einstuft. In diesem Fall werden andere Antikörper, sogenanntes Immunglobulin E (IgE), gebildet. Und die rufen die körpereigene Abwehr auf den Plan.

Der Betroffene merkt das nicht sofort. Jeder Allergie geht eine beschwerdefreie Phase voraus, die Mediziner Sensibilisierung nennen. Beim ersten Kontakt mit einem Allergen stimmt sich das Immunsystem noch auf den Fremdstoff ein und bildet jene IgE-Antikörper, um bei einem späteren Kontakt schnell auf die vermeintlich gefährlichen Eindringlinge reagieren zu können. Erst der nächste Kontakt mit der Substanz setzt die eigentliche allergische Reaktion in Gang: Das Allergen wird angegriffen.

Während das Immunsystem echte Krankheitserreger zerstört, kann es Allergene nicht entsprechend beseitigen, um den Körper vor künftigen Attacken zu schützen. Die Beschwerden halten meist so lange an, wie die Auslöser den Organismus des Allergikers belasten.

Nur Reaktionen, an denen das Immunsystem beteiligt ist, werden als echte Allergien bezeichnet, in Abgrenzung zu sogenannten Pseudoallergien. Diese können zwar mit vergleichbar starken Beschwerden einhergehen, das Immunsystem spielt dabei aber keine Rolle. Eine Allergie liegt nur vor, wenn bestimmte Erkennungsmoleküle des Immunsystems wie Antikörper oder spezielle Rezeptoren auf T-Zellen auf einen bestimmten Fremdkörper reagieren. Umgekehrt bedeutet das aber nicht, dass eine Allergie vorliegen muss, sobald IgE-Antikörper im Blut nachweisbar sind, etwa im Rahmen eines Allergietests. Dies kann auch nur auf eine entsprechende Sensibilisierung, also eine Allergiebereitschaft hinweisen, die noch keine Symptome hervorruft.

Die vielen Gesichter einer Allergie

Als Allergene kommen zahlreiche Substanzen in Frage, die auf verschiedenen Wegen in den Körper gelangen. Manche werden eingeatmet, etwa Pollen, Kot von Hausstaubmilbenoder Pilzsporen, einige über die Nahrung aufgenommen. Andere wiederum lösen bei Kontakt mit der Haut Überreaktionen aus. Auch Insektengift ruft bei Allergikern heftige Beschwerden hervor.

Daher gibt es nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe von allergischen Reaktionen mit sehr unterschiedlicher Ausprägung. Sowohl das Krankheitsbild als auch der Verlauf einer Allergie variiert von Patient zu Patient. So tritt manche Reaktion innerhalb weniger Sekunden oder Minuten auf, eine andere aber erst nach einigen Stunden oder Tagen. Mediziner unterscheiden hier vier Allergietypen, von denen die mit Abstand häufigste Form die Sofortreaktion (Typ I) ist, etwa bei Heuschnupfen, allergischem Asthma, Angioödem, bestimmten Formen der Nesselsucht, Lebensmittelallergien und dem anaphylaktischen Schock. Das allergische Kontaktekzem ist ein typisches Beispiel für den Spättyp.

Manche Menschen entwickeln schon in frühester Kindheit eine Allergie und haben ein Leben lang mehr oder weniger damit zu kämpfen. Bei einigen kommen mit der Zeit weitere Allergien hinzu, bei anderen verschwinden Allergien auch wieder, etwa jene auf Grundnahrungsmittel wie Kuhmilch oder Hühnerei. Es kommt auch vor, dass bei einer Person viele Jahre lang überhaupt keine Anzeichen für eine Erkrankung erkennbar waren, bis sich anscheinend wie aus heiterem Himmel eine oder mehrere Allergien entwickeln. Auch das Ausmaß der Reaktionen und die Art der auslösenden Faktoren können sehr unterschiedlich sein und sich im Laufe des Lebens mehrfach ändern.

Einige Betroffene leiden unter einer vererbbaren Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten natürlich vorkommenden oder synthetischen Substanzen. Allergische Erkrankungen wie Bronchialasthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis treten bei ihnen häufiger auf als bei nicht vorbelasteten Personen. Leiden sowohl der Vater als auch die Mutter an derselben Allergie, etwa an Heuschnupfen, liegt das Erkrankungsrisiko für den Säugling bei 60 bis 80 Prozent. Dieser Wert sinkt entsprechend, wenn beide Elternteile Allergiker sind, aber an verschiedenen Krankheiten leiden (Risiko: 50 bis 60 Prozent) oder wenn nur ein Elternteil (20 bis 40 Prozent) beziehungsweise ein Geschwisterkind (25 bis 35 Prozent) betroffen ist. Bei Kindern, deren beide Eltern allergiefrei sind, beträgt das Risiko zu erkranken noch etwa 15 Prozent.

Rechtzeitig behandeln lassen

Je länger eine Allergie andauert, desto höher die Gefahr, dass die Beschwerden häufiger auftreten und heftiger werden, vor allem, wenn sie unbehandelt bleiben. So kann beispielsweise aus dem anfänglich nur gelegentlich auftretenden Heuschnupfen ein chronisches, allergen-unabhängiges Asthma mit bleibenden Lungenschäden entstehen. Auch ein Handekzem infolge einer Kontaktallergie kann chronisch werden und gehört zu den häufigsten Gründen für Berufsunfähigkeit.

Rüdiger Braun, Sonja Helms
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.