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Arzneien: Gefährliche Gewächse

Vorsicht bei Rezepten mit diesen Kräutern!

Aconitum

(Eisenhut, Chuan wu tou)
Wird benutzt als Schmerzstiller, als "wärmendes" Medikament und bei "Yang-Mangel".Die Alkaloide (vor allem in den Wurzeln) können zu Herzversagen führen. Anzeichen einer Aconitum-Vergiftung sind Taubheitsgefühle im Mund, auf der Zunge, Magen-Darm-Störungen, Muskelschwäche, Koordinierungsmangel und Schwindelgefühle. Die Giftigkeit von Aconitum kann durch Kochen stark herabgesetzt werden

Angelica sinensis

(Chinesische Angelika, Dong quai)
Genutzt wird der Wurzelstock bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Magenbeschwerden. Generell wird damit die Lichtempfindlichkeit erhöht. Wird der Pflanzenwirkstoff gemeinsam mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Warfarin) genommen, wird dessen Wirkung gemindert

Aristolochia

(Osterluzei, Guang fangji)
Pflanzen dieser Gattung werden u. a. angewendet bei Husten, Asthma bronchiale, chronischem Husten (v.a. Aristolochia debilis). Sie enthalten aristolochische Säuren und Aristolactame. Beide haben zellverändernde Eigenschaften. Hohe Dosen aristolochischer Säuren sind nierentoxisch und können bis zum tödlichen Organversagen führen. Aus Belgien sind 70 Fälle bekannt, in denen aufgrund einer Verwechslung Aristolochia in ein Dekokt zum Abnehmen geraten war. Bei 18 der Patienten wurde Harnröhrenkrebs diagnostiziert, bei allen krankhafte Veränderungen der Niere. Aus Japan sind zwei Fälle von krankhafter Nierenveränderung nach Einnahme von Aristolochia manshuriensis (Kan-mokutsu) bekannt, aus Taiwan zwölf

Ephedra

(Meerträubchen, Ma huang)
Das in der Pflanze enthaltene Alkaloid Ephedrin verursacht nervöse Unruhe, Schlaflosigkeit und Herzrhythmus-Störungen. Ephedra wird verwendet, um Asthma, Fieber, Übergewicht, Verstopfung der Nase und zu geringe Schweißabsonderung zu behandeln. Aus den USA sind aus den Jahren 1995 und 1997 fast tausend Fälle unerwünschter Nebenwirkungen in Verbindung mit Ma huang bekannt, zehn Patienten starben

Glycyrrhiza

(Süßholz, Gan cao)
Medizinisch genutzt wird die Wurzel bei Hals- und Bronchialkatarren, Magengeschwüren, zur "Entgiftung", Krebsvorbeugung, zur Hemmung von Entzündungen. Einige Bestandteile der Lakritz-Wurzel verhindern bei dauerhafter Einnahme oder hohen Dosen die Spaltung von Mineralocorticoiden (wie Aldosteron, das u. a. Blutvolumen und Blutdruck reguliert). Dies kann zu schweren Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen

Paeonia lactiflora

(Weiße chinesische Pfingstrose, Shao yao)
Die Wurzeln der Blume werden vor allem gegen Regel- und andere Schmerzen angewendet, bei Ausbleiben der Regelblutung, Geschwüren und Darminfektionen, zudem soll sie fiebersenkend wirken. Bei gleichzeitiger Gabe von Gerinnungshemmern kann sie deren Wirkung verstärken - erhöhte Blutungsgefahr!

Pinellia ternata

(Aronstabgewächs, Ban xia)
Die Rinde wird benutzt bei Gastritis, Asthma und Husten, soll Schleim lösen und Brechreiz verhindern. Bei Schwangeren kann die Einnahme zu Fehlgeburten führen

Rheum officinale

(Medizinalrhabarber, Da huang)
Der Wurzelstock der Pflanze, die unserem Rhabarber ähnelt, wird bei Verstopfung und Ausbleiben der Regelblutung angewendet. Sie kann zu Bauchkrämpfen, Durchfall und bei Überdosierung zu Dehydrierung führen

Salvia miltiorrhiza

(Salbei, Dan shen)
In China wird die Wurzel traditionell für die Behandlung von Herzerkrankungen verwendet, aber auch bei Ausbleiben der Regelblutung, zur Behandlung von Brustdrüsenentzündungen, Blutgerinnseln und Schlaflosigkeit. Tierversuche haben ergeben, dass dadurch die gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin herabgesetzt wird

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