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Bevorstehende Herz- oder Lungenoperation: Ängstliche Patienten sollen sich an Psychologen wenden

Ob sich jemand gut von einer Herzoperation oder Lungentransplantation erholt, hängt nicht allein vom Können des Chirurgen ab. Auch die seelische Verfassung spielt eine große Rolle.

Patienten, die sich sehr ängstigen oder sorgen, sollten sich schon vor einer Herzoperation oder Lungentransplantation bereits psychologische Hilfe suchen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) in Bad Nauheim hin. Sinnvoll sei, vorab in der Klinik nachzufragen, ob es dort eine psychologische Mitbetreuung gibt.

Einige Herzzentren böten Patienten schon vor der OP an, ein Gespräch mit einem Psychologen zu führen. Sei dies nicht der Fall, könne sich der Betroffene an die jeweilige Psychotherapeutenkammer wenden und dort Adressen von geschulten Psychologen erhalten. In Zentren, in denen Herztransplantationen erfolgen, stehe aufgrund gesetzlicher Vorgaben auf jeden Fall ein speziell geschulter Psychologe bereit.

Statistisch gesehen überleben mehr als 95 Prozent der Patienten eine Herzoperation. Unabhängig davon empfinden aber viele den Eingriff am Herzen als lebensbedrohliche Situation. Der DGTHG zufolge treten Angst und Depression sowohl vor wie nach der OP insbesondere bei Patienten auf, die jünger als 55 Jahre sind oder die wenig Unterstützung von ihrem sozialen Umfeld bekommen.

Auch bei einer komplikationslosen OP und Anschlussbehandlung sei oft psychologische Hilfe nötig, weil Patienten Veränderungen verspüren oder zum Beispiel eine Narbe als störend empfinden, obwohl diese gut verheilt ist.

kgi/DPA / dpa
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