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Coronavirus-Pandemie Spahn kündigt Änderung an: Quarantäne statt Tests für Reiserückkehrer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) während seiner Pressekonferenz in Berlin
© Michael Kappeler / DPA
Die umfassenden Coronavirus-Testangebote für Reiserückkehrer sollen ab Mitte September vorerst der Vergangenheit angehören. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, mit dem Ende der Sommerferien in allen Bundesländern Mitte September die Coronavirus-Teststrategie "anzupassen". Das umfassende kostenlose Angebot für Reiserückkehrer wird demnach zurückgefahren, stattdessen sollen wieder "zielgerichtet" Menschen mit Symptomen oder Kontakt zu Covid-19-Patienten getestet werden, dazu medizinisches und pflegerisches Personal. Mit Blick auf den Herbst und Winter müssten gerade Krankenhäuser und Pflegeheime noch stärker vor dem Coronavirus geschützt werden.

Rückkehrer aus Risikogebieten sollen sich künftig direkt in Quarantäne begeben und diese frühestens mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen negativen Test verlassen dürfen. "Wer bewusst in ein Risikogebiet reist, weiß eben auch, in welche Umstände und welche Folgeregelungen hinein er eine solche Reise antritt", erklärte Spahn. Die Kontrollen zur Einhaltung der Selbstisolation sollen nach seinen Worten verstärkt werden.

Coronavirus-Testkapazität fast ausgereizt

Mit dem Ende der Urlaubszeit Mitte September sinke das Risiko durch Reiserückkehrer, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Gleichzeitig steige die Gefahr, dass sich das Virus im Land weiter ausbreitet. Spahn sprach von einer "lage- und ressourcenangepassten" Änderung der Strategie.

Die Kapazität der Labore sei zurzeit auf rund 1,2 Millionen Tests pro Woche begrenzt. Ein dauerhaftes Ausreizen dieser würde "zulasten von Mensch und Material" gehen, sagte der Gesundheitsminister. Gleichwohl sei die bisherige Teststrategie in der Ferienzeit "erfolgreich" gewesen, so Spahn. Es seien zuletzt weit über 900.000 Tests durchgeführt worden – dabei seien zum Beispiel erhöhte Infektionszahlen bei Rückkehrern vom Westbalkan und aus der Türkei festgestellt worden.

Die angekündigten Änderungen der Teststrategie sollen am Donnerstag Thema bei den Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Regierungsschefs der Länder werden. Spahn sei zuversichtlich, dass sie beschlossen werden.

+++ Eine stets aktualisierte Liste der Risikogebiete stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung +++

Hinweis der Redaktion: Dieser Text wurde nach seiner Erstveröffentlichung ergänzt und aktualisiert.

wue / mit DPA- und AFP-Material

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