VG-Wort Pixel

Las Vegas Coronavirus-Fall in Unterkunft: Obdachlose müssen auf einem Parkplatz schlafen

Obdachlose auf Parkplatz in Las Vegas
Obdachlose beziehen ihren Schlafplatz auf einem Parkplatz in Las Vegas
© Ethan Miller / Getty Images / AFP
Nachdem ein Obdachlosenheim wegen eines Corona-Falls vorübergehend schließen musste, griff die Stadt Las Vegas zu einer Notlösung: Die Obdachlosen übernachten jetzt auf einem Parkplatz – mit Markierungen für den richtigen Abstand.

Obdachlose gehören immer zu den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft – dem Coronavirus sind sie besonders schutzlos ausgeliefert. Nur die wenigsten von ihnen haben überhaupt die Möglichkeit, sich an die empfohlenen Hygiene-Maßnahmen zu halten. Dadurch, dass jetzt weniger Menschen in den Straßen unterwegs sind, wird es auch schwieriger, an Geld zum Überleben zu kommen.

Als einzige Zuflucht dienen oft Obdachlosenheime – doch was, wenn in einer dieser Unterkünfte ein Coronavirus-Fall auftritt? So geschehen in Las Vegas: Dort musste ein Obdachlosenheim geräumt werden, nachdem ein Mann, der dort übernachtet hatte, positiv getestet worden war. Um weitere Ansteckungen zu verhindern, musste das Heim mit 500 Plätzen geschlossen werden. Die Obdachlosen übernachten jetzt auf dem Parkplatz eines großen Einkaufszentrums.

Obdachlose in Las Vegas: Social Distancing mit Markierungen

Dort schlafen sie unter freiem Himmel auf dem kalten Asphalt. Markierungen auf dem Boden weisen auf die Mindestabstände von 1,5 bis zwei Metern hin, die die Obdachlosen einhalten sollen, wenn sie dort übernachten. Bilder zeigen allerdings, dass sich nicht alle daran halten. Von 18 Uhr am Abend bis um 8 Uhr morgens ist die behelfsmäßige "Unterkunft" geöffnet. Matten und Decken werden zur Verfügung gestellt und täglich desinfiziert, teilte die Stadt mit.

Coronavirus: Obdachlose im Interview

Um weitere Coronavirus-Fälle zu verhindern, müssen sich die Wohnungslosen täglich von Medizinstudenten untersuchen lassen, bevor sie den Parkplatz betreten. Einige Obdachlose äußerten sich dankbar für die Möglichkeit, überhaupt an einem Platz unterkommen zu können, berichtet der lokale Nachrichtensender 8 News Now. "Das hilft uns, uns sicherer zu fühlen. Andere Orte in der Stadt sind oft nicht sicher", sagte eine Frau.

Die Stadtverwaltung betont, dass die Maßnahme als Notlösung dienen soll, bis das Obdachlosenheim wieder öffnen kann. Trotzdem gibt es Kritik an der Umsiedlung. Julian Castro, unter dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama Minister für Wohnungsbau, wies darauf hin, dass es in Las Vegas gerade 150.000 Hotelzimmer gebe, die nicht benutzt würden. Das Einkaufszentrum, zu dem der Parkplatz gehört, könne den Obdachlosen nach Angaben der Stadt nicht zur Verfügung gestellt werden, da dort bereits die Versorgung von Covid-19-Patienten geplant sei. Am Freitag soll das Obdachlosenheim wieder öffnen dürfen.

Quellen:"New York Post" / 8 News Now / Julián Castro auf Twitter

epp

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker