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Schutz vor Ansteckung Desinfektionsmittel gegen das Coronavirus - nicht alle Produkte schützen gleich gut

Sie sind überall. Es gibt sie in unzähligen Arten. Und einige von ihnen machen uns krank: Bakterien. Zum Schutz schwören viele Menschen auf Desinfektionsmittel. Doch sind sie wirklich sinnvoll? Die überraschende Antwort: Antibakterielle Gels und Sprays sind weitgehend überflüssig. Herkömmliche Mittel wirken meist nur gegen Bakterien, aber nicht gegen Viren. Damit schützen sie nicht vor Virenerkrankungen wie Erkältung und Grippe. Hinzu kommt: Keines der Mittel wirkt zu 100 Prozent. Überlebende Keime können Resistenzen bilden.
Desinfektionsmittel schaden zudem nicht nur Keimen – sondern auch dem Körper. Die Inhaltsstoffe können bei einigen Menschen Allergien und Ekzeme auslösen. Experten raten, Desinfektionsmittel nur da zu verwenden, wo sie sinnvoll sind – etwa im Krankenhaus. Für die Grippesaison heißt das: Sich am besten nicht auf die Wirkung von Handgel und Co. verlassen, sondern auf altbewährte Mittel setzen – wie Händewaschen.
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Händewaschen schützt vor ansteckenden Krankheiten wie dem Coronavirus. Auch Desinfektionsmittel können in einigen Situationen sinnvoll sein. Doch nicht alle Mittel schützen gleich gut vor Viren.

So einfach und doch so effektiv: Richtiges Händewaschen schützt vor ansteckenden Infektionskrankheiten wie Grippe, Magen-Darm- Infekten, aber auch dem aktuellen Coronavirus. Wichtig ist dabei, die Hände mindestens 20 bis 30 Sekunden lang einzuseifen und dabei auch Stellen wie die Fingerspitzen oder Fingerzwischenräume nicht zu vergessen.

+++ Eine detaillierte Anleitung zum richtigen Händewaschen finden Sie hier +++

Gründliches Händewaschen gilt als die wichtigste Einzelmaßnahme im Kampf gegen sich ausbreitende Erreger. Im privaten Bereich reicht das in den meisten Fällen aus, um das Risiko für ansteckende Infektionen nachweislich zu senken. Angesichts der steigenden Anzahl an gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland kaufen viele Menschen aktuell auch gezielt Desinfektionsmittel ein, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Diese Mittel sind vor allem für unterwegs sinnvoll, wenn es keine Möglichkeit gibt, sich die Hände zu waschen. Experten empfehlen Desinfektionsmittel auch dann, wenn im privaten Umfeld besonders infektionsanfällige Menschen leben.

Desinfektionsmittel mit Zusatz "viruzid"

Das Coronavirus Sars-CoV-2 zählt wie auch das Grippevirus zu den behüllten Viren. Diese Art von Viren lässt sich durch Desinfektionsmittel wesentlich leichter inaktivieren als beispielsweise unbehüllte Viren. "Wer sich unterwegs nicht die Hände waschen kann, sollte ein Desinfektionsmittel benutzen", sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit im Gespräch mit dem stern. "Wichtig ist dann nur, dass es auch wirklich Viren abtötet – also viruzid wirkt." Sprays und Gele, die lediglich antibakteriell oder bakterizid wirken, sind dafür ausgelegt, Bakterien abzutöten, nicht aber Viren. Informationen zu den Eigenschaften finden sich auf den Etiketten der einzelnen Produkte.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind Mittel sinnvoll, die mit folgenden Eigenschaften gekennzeichnet sind: "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid". "Auch Alkohol-basierte Händedesinfektionsmittel auf Propanol-Basis mit der Deklarierung "begrenzt viruzid" funktionieren wohl",  heißt es bei der Deutschen Apotheker Zeitung. Sind viruzid wirkende Desinfektionsmittel ausverkauft, können diese in Apotheken angemischt werden. 

Wichtig ist, sich nicht nur ausschließlich auf die Wirkung des Desinfektionsmittels zu verlassen, sondern dieses auch genau nach Angabe des Herstellers zu verwenden. Für eine hygienische Händedesinfektion sollten die Hände mindestens 30 Sekunden lang mit dem Mittel benetzt sein. 


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