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Studie: Facebook-Posts liefern Hinweise auf eine Depression - so erkennen Sie die Anzeichen

Einfach nur traurig oder schon krank? Eine Depression beginnt oft schleichend. Forscher haben nun Warnzeichen entdeckt, die auf eine Erkrankung hindeuten können - in den Facebook-Posts Betroffener.

Depressionen

Depressionen zählen zu den häufigsten Erkrankungen. Die Krankheit trifft jede vierte Frau und jeden achten Mann im Laufe des Lebens. Doch obwohl Depressionen vergleichsweise weit verbreitet sind, fehlt es an Wissen rund um die Symptome und die Schwere der Krankheit. Oft werden Anzeichen mit einer vorübergehenden Niedergeschlagenheit oder Stimmungsschwankungen verwechselt. Das ist bedenklich, denn eine Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die aber gut behandelt werden kann. Mehr zu den Auslösern der Krankheit und den Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie hier.

Ärzten der US-amerikanischen Pennsylvania University ist es nun gelungen, Hinweise auf eine bevorstehende Depression zu definieren - und zwar anhand der Facebook-Posts Betroffener. Für ihre Studie werteten die Forscher die Timeline-Historie von 683 Patienten aus. Sie alle hatten aufgrund einer Erkrankung die Notaufnahme eines Krankenhauses besucht und waren einverstanden damit, ihre Facebook-Posts und Krankenakten analysieren zu lassen. 114 der 683 Patienten waren an einer Depression erkrankt. Patienten unter 18 Jahren wurden aus der Studie ausgeschlossen.

Depressive schreiben oft in der Ich-Perspektive

In den Posts der Betroffenen fanden die Wissenschaftler Hinweise auf eine bevorstehende Depression. Ihre Wortwahl unterschied sich deutlich von der anderer Patienten. Die Hinweise begannen sich rund sechs Monate vor der Diagnose zu häufen und zeigten sich drei Monate vor der ärztlichen Diagnose am stärksten. Über die Ergebnisse berichten die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS).

Hinweise auf eine bevorstehende Depression können demnach sein:

Facebook-User schreiben verstärkt in der "Ich-Perspektive" und verwenden dabei vermehrt Wörter wie "ich", "mein", "meine" und "mich". Die Forscher vermuten, dass dies ein Hinweis darauf sein kann, dass sich diese User verstärkt mit sich selbst beschäftigen. Außerdem berichten die depressiven User über negative Gefühle ("Tränen", "Weinen","Schmerz"), Einsamkeit ("vermissen") und Ängste. Sie klagen verstärkt über körperliche Symptome wie "Kopfschmerzen", fühlen sich "krank", schreiben über "Schmerzen" oder das "Krankenhaus". Außerdem äußern sie sich eher feindselig, berichten von "Hass" oder verwenden Kürzel wie "wtf" (What the f**k?).

Prognose einer Depression

Anhand des Algorithmus konnten die Wissenschaftler Depressionen in etwa mit der Genauigkeit eines Screening-Selbsttests erkennen. Ein Facebook-Algorithmus könnte demnach gängige Methoden zur Depressions-Diagnose ergänzen oder Anlass sein, ein Gespräch mit dem Hausarzt zu suchen. 

Depressionen werden nach Angabe der Forscher zu selten diagnostiziert, was eine Behandlung der Krankheit verzögert. Es sei daher wichtig, Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und Hausärzte wie Patienten für die Symptome zu sensibilisieren.

Sie sind seit längerem traurig und können selbst in schönen Momenten keine Freude empfinden? Sie vernachlässigen den Kontakt zu Freunden, gehen kaum noch vor die Tür, leiden unter Schmerzen, schlafen kaum noch oder womöglich extrem viel? All das können Hinweise auf eine depressive Episode sein. Die Stiftung "Deutsche Depressionshilfe" bietet auf ihrer Seite einen Selbsttest an. (Zum Test geht es hier) Er liefert Hinweise, ob bei Ihnen Anzeichen einer Depression vorliegen. Eine Diagnose ersetzt der Test jedoch nicht. Sprechen Sie bitte umgehend Ihren Arzt an, wenn Sie sich schon seit einer Weile nicht gut fühlen oder niedergeschlagen sind.

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ikr
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