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Der Experte: Entzauberer der Wunder-Wässer

Edzard Ernst überprüft an seinem Institut, ob alternative Heilmethoden tatsächlich helfen. Das bringt ihm viel Achtung - aber auch Ärger...

Edzard Ernst betreibt seine Forschung auf eine Weise, die viele trocken nennen würden. Meist sitzt er an einem Schreibtisch und durchsiebt einschlägige Literatur nach brauchbaren Studien über die Alternativmedizin. Nur wenn er Besuch bekommt, wird es mitunter dramatisch: Ernst lädt ab und an Erfinder ein, in seine Abteilung für Komplementärmedizin an der Universität Exeter in England zu kommen. Erfinder neuer Behandlungsmethoden. Selbst ernannte Heiler wie den Mann mit dem Sauerstoffwasser. Das sei ein Allheilmittel, behauptete er und ließ jede Menge Flaschen da. Ernst und seine Mitarbeiter probierten von dem Wunder-Wässerchen, und der Forscher nahm eine Flasche mit nach Hause. Dort zeigte sich eine durchschlagende Wirkung: Nachdem Ernst ein paar Tropfen auf eine Socke verschüttet hatte, bleichte die an der benetzten Stelle aus. Er ließ die Flüssigkeit analysieren: "Es war Perchlorsäure. Wir hatten alle ätzende Flüssigkeit getrunken", erzählt Ernst und lächelt dabei - zu Schaden kam niemand. Ernst hat schon viel Bizarres gesehen. Inzwischen hat er auch eine klare Vorstellung davon, welche Verfahren es wert sind, begutachtet zu werden: "Wenn die Methode sehr hirnrissig ist, lade ich die Erfinder ein." Ansonsten genügt die Aktenlage.

Viele Alternativmediziner glauben, Ernst sei ein überzeugter Förderer ihrer Methoden. Doch sieht er sich genau in der Mitte: zwischen Befürwortern und Kritikern der Alternativmedizin. Objektivität ist für ihn das höchste Gut. Ohne den auf beiden Seiten oft unübersehbaren Schaum vor dem Mund betreibt er seine Arbeit. Das hat ihm Achtung gebracht. Aber auch Ärger. "Wenn wir etwas Positives zu einer alternativen Methode finden, kritisieren uns die Schulmediziner. Bei Negativem die Komplementärmediziner", sagt Ernst. Es ist ihm egal. Er arbeitet "vor allem für die Patienten".

Wissenschaflter der Weltklasse

Seinen Ruf als "Weltklasse-Wissenschaftler" (so die englische Zeitung "The Guardian") hat sich Ernst innerhalb von nur zehn Jahren erarbeitet: 1993 wurde das Department of Complementary Medicine in Exeter gegründet. Da stand eine Stellenanzeige im Wissenschaftsmagazin "New Scientist" für eine noch zu gründende Einrichtung. Ernst leitete damals in Wien die Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, war Herr über 120 Mitarbeiter und 3000 Quadratmeter - damals Europas größte Abteilung ihrer Art. Die Wiener statteten ihn mit modernsten Geräten und luxuriösen Pensionsansprüchen aus - ein Job zum Altwerden. Alles hätte so schön sein können. Wären da nicht die Ränkespiele gewesen: "Nichts lief ohne Intrigen", erzählt Ernst. Die Herausforderung in England kam da gerade recht. Zumal er sich schon immer für die Alternativmedizin interessiert hatte. Bereits der Hausarzt seiner Eltern hatte ihn homöopathisch behandelt, und eine seiner ersten Anstellungen als Arzt führte ihn in ein homöopathisches Krankenhaus nach München. Und so machte sich der Professor vor zehn Jahren auf nach Exeter.

Inzwischen haben er und seine Mitarbeiter etwa 1000 Publikationen veröffentlicht. Oft sind das Arbeiten, in denen sie Studien anderer analysieren und zusammenfassen. Doch auch eigene Untersuchungen führen sie durch. Etwa über Geistheiler, die behaupten, nur mit der Kraft ihrer Gedanken Leiden wenn nicht kurieren, so doch zumindest bessern zu können. In einer Studie untersuchten Ernst und seine Mitarbeiter Patienten mit starken chronischen Schmerzen. Einer Gruppe von Probanden setzten sie echte Geistheiler gegenüber und falsche - solche also, die vorher trainiert worden waren, wie sie sich als "Geistheiler" verhalten mussten. Einer zweiten Gruppe wurde gesagt, hinter einem Spiegel sitze ein Heiler. Dort befand sich aber nur bei der Hälfte der Patienten tatsächlich jemand.

Die Studie lief an, und schon bald wurde es mystisch. Die Probanden berichteten von einem Kribbeln während der Geistheilung, sie spürten eine Energie. Ehemals von Schmerzen zerfressene Menschen atmeten wieder auf. Ein Patient, der wegen seiner Beschwerden im Rollstuhl saß, konnte wieder laufen. "Es war wie in der Bibel", erinnert sich Ernst. Die Auswertung aber ergab Ernüchterndes: Die spektakulären Fälle von Besserung waren gleich verteilt auf echte und Schein-Geistheilung. Und wenn eine Gruppe besser abschnitt, sagt Ernst, dann die, "bei der kein Geistheiler anwesend war".

Demnächst wartet eine neue Herausforderung auf ihn: "Wir haben jemanden, der behauptet, er könne alles heilen. Und zwar mit einem Computerprogramm, das die Russen schon lange benutzen", erzählt Ernst. Und lächelt.

Jan Schweitzer

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(