Ernährung "Öko-Produkte sind nicht immer gesünder"


Experten sagen: Wer konventionelle Lebensmittel aus dem Supermarkt kauft, lebt nicht unbedingt ungesünder als der Kunde eines Bio-Ladens. Beim Geschmack haben Bio-Produkte aber oft die Nase vorn.

Lebensmittel aus konventioneller Herstellung sind nach Expertenmeinung besser als ihr Ruf. "Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass Öko-Produkte nicht von sich aus sicherer oder gesünder sind", sagte der Leiter des Instituts für Lebensmittelhygiene der Universität Leipzig, Karsten Fehlhaber, in einem dpa-Gespräch. In den vergangenen Tagen hatten Dioxinfunde in einigen Freilandeiern für Aufsehen gesorgt.

Der Veterinärmediziner forderte, dass objektive Kriterien angelegt werden sollten, um dem Verbraucher sachliche Informationen für dessen Kaufentscheidung zu geben. So habe eine umfassende mikrobiologische, sensorische und chemische Untersuchung von 85 verschiedenen Fleisch- und Wursterzeugnissen bei Öko-Produkten überdurchschnittlich häufige Qualitäts- beziehungsweise Haltbarkeitsprobleme ergeben. Festgestellt worden seien zu hohe Gesamtkeimzahlen und Defizite bei Geruch und Geschmack.

Hohe Keimzahlen

"Vier Mal höhere Gesamtkeimzahlen bei Schweinefleisch deuten auf Probleme bei der hygienischen Gewinnung von Öko-Fleisch hin", sagte Fehlhaber. Bei Eiern unterschied sich die Gesamtkeimzahl dagegen nicht. Standardisierte Verfahren, fest gefügte Qualitätsstandards und jahrzehntelange Forschungserfahrung machten die konventionellen Lebensmittel äußerst sicher.

Als weiteren Nachteil ökologischer Produktion führte Fehlhaber den höheren Bedarf an Fläche, Futter und Trinkwasser an, da die Öko-Landwirtschaft weniger leistungsfähig sei. "Ein wirklicher ökologischer Effekt kommt nur dann zu Stande, wenn weniger produziert wird", sagte der Wissenschaftler. Nicht bestreiten wollte Fehlhaber aber, dass Öko-Produkte oft besser schmeckten.

DPA DPA

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