HOME

Stern Logo Ratgeber Ernährung

Bauchschmerzen: Ist es ungesund, Kirschen zu essen und danach Wasser zu trinken?

"Bitte keine Kirschen essen und im Anschluss Wasser trinken - das macht Bauchschmerzen." Diese Küchenweisheit hält sich hartnäckig. Und sie hat tatsächlich einen medizinischen Hintergrund. Oder besser gesagt: Sie hatte.

Kirschen und Wasser: Eine Frau hält Kirschen in der Hand

Kirschen und Wasser: Glaubt man dem Volksmund, ist das keine gute Kombination

Getty Images

Im Sommer haben Kirschen Hochsaison: Knackig und tiefrot gibt es die Früchte nun auf jedem Wochenmarkt oder bei kleineren Verkaufsständen. Als saisonale Obstsorte besitzen Kirschen einen entscheidenden Vorteil: Sie haben meist keine langen Transportwege hinter sich und stammen aus regionalem Anbau.

Pünktlich zum Start der Kirschensaison kursiert auch wieder eine weit verbreitete Warnung über die roten Früchte. Sie lautet: Wer nach dem Kirschenessen Wasser trinkt, bekommt Bauchschmerzen. Diese Weisheit stammt noch aus Großmutters Zeiten und hält sich hartnäckig. Doch stimmt sie überhaupt?

Hefen und Bakterien auf der Schale

Eine Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern hat den Mythos näher unter die Lupe genommen und erklärt, warum ältere Menschen noch heute vor der Kombination warnen: "Schuld an diesem Mythos ist vermutlich das früher hygienisch nicht einwandfreie Trinkwasser", sagt Silke Noll in einer Mitteilung der Verbraucherzentrale. "Die Keime im Trinkwasser könnten früher gemeinsam mit Hefen und Bakterien auf der Schale zu einer Zuckergärung im Magen geführt und dadurch Bauschmerzen verursacht haben."

Da das Trinkwasser mittlerweile von sehr guter Qualität ist, kann der Ratschlag als überholt angesehen werden. Die Expertin empfiehlt dennoch, Kirschen vor dem Essen ausgiebig zu waschen. Mögliche Keime oder Schmutzrückstände können so von der Schale entfernt werden. Ein Glas Wasser nach dem Kirschenessen muss sich jedoch niemand verkneifen.

Discounter oder Obst-Bude? Welche Kirschen schmecken am besten?

Es ist nicht die erste Küchenweisheit, die dank verbesserter hygienischer beziehungsweise technischer Möglichkeiten als überholt gilt. Auch der Rat, Spinat nicht noch einmal aufzuwärmen, ist so nicht mehr haltbar. Er stammt aus Zeiten, in denen es keine Kühlschränke gab und Spinat bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden musste. Mikroorganismen wandelten das im Spinat enthaltene Nitrat in kritisches Nitrit um. Nitrit kann in Verbindung mit Proteinen zu schädlichen Nitrosaminen reagieren. Diese gelten als krebserregend.

Heute gilt die Empfehlung, Spinat nach dem Kochen schnell abkühlen zu lassen, in den Kühlschrank zu stellen und höchstens nur noch einmal zu erhitzen.

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern

ikr