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Gut zu wissen: Ist es ungesund, Spinat aufzuwärmen?

Bilden sich giftige Stoffe, wenn Spinat ein zweites Mal erwärmt wird? Bei dieser Frage sind sich viele Verbraucher unsicher. Wir geben die Antwort.

Spinat: Ist es schädlich, ihn noch einmal aufzuwärmen?

Spinat: Ist es schädlich, ihn noch einmal aufzuwärmen?

Rahmspinat, Überbleibsel von Lasagnen und Soßen: Aus Unsicherheit werfen viele Verbraucher Spinatreste in den Müll. Schließlich hat schon Großmutter dazu geraten, Spinat nicht noch einmal aufzuwärmen. Doch was ist an dem Mythos überhaupt dran?

Tatsächlich hat die Empfehlung einen medizinischen Hintergrund: In Spinatpflanzen reichern sich während des Wachstums größere Mengen Nitrat aus dem Boden an. Das ist an sich unbedenklich. Doch unter bestimmten Bedingungen können Mikroorganismen Nitrat in Nitrit umwandeln. Das ist etwa dann der Fall, wenn zubereiteter Spinat längere Zeit bei Zimmertemperatur stehen gelassen wird. Nitrit kann in Verbindung mit Proteinen zu schädlichen Nitrosaminen reagieren. Diese gelten als krebserregend.

Spinat rasch erhitzen und Reste in den Kühlschrank räumen

Die Empfehlung, Spinat nicht wieder aufzuwärmen, stammt allerdings aus Zeiten, in denen es keine Kühlschränke gab. Inzwischen gilt sie als überholt. "Gekochten Spinat sollte man schnell abkühlen, abgedeckt in den Kühlschrank stellen und höchstens noch einmal erhitzen", rät die Verbraucherzentrale Bayern. Wer diesen Tipp beachte, schade nicht seiner Gesundheit. Auch Mikrowellen eignen sich grundsätzlich zum Aufwärmen.

Wichtig dabei: Spinat sollte rasch erhitzt und nicht über eine längere Zeit warm gehalten werden. So soll verhindert werden, dass sich Nitrat in Nitrit umwandelt.

Nicht empfehlenswert ist Spinat dagegen für Babys unter sechs Monaten. Kleinkinder können auf das möglicherweise enthaltene Nitrit empfindlich reagieren. Für ältere Babys empfiehlt sich nach Angabe von Stiftung Warentest spezielle Säuglingsnahrung mit Spinat. Sie muss strenge Richtwerte in Bezug auf Nitrat und Nitrit einhalten.

Übrigens: Auch an der Behauptung, Spinat enthalte besonders viel Eisen, ist nichts dran. Der Mythos ist wohl einem historischen Schreibfehler geschuldet. In der ersten Spinatanalyse im Jahr 1890 verrutschte ein Komma - und aus 3,5 Milligramm Eisen auf 100 Gramm Spinat wurden 35 Milligramm. Mittlerweile ist der Fehler allerdings korrigiert. 

ikr
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