FORSCHUNG Mit Koffein gegen Hautkrebs


Koffein ist nach Tierversuchen von US-Forschern nicht nur ein Wachmacher, sondern schützt auch vor Hautkrebs.

Koffein ist nach Tierversuchen von US-Forschern nicht nur ein Wachmacher, sondern schützt auch vor Hautkrebs. Ein Team von Wissenschaftlern der Rutgers Universität (US-Staat New Jersey) berichtet in der Online-Ausgabe des Fachjournals »Proceedings of the National Academy of Sciences« vom Dienstag, dass Mäuse weitaus seltener Hautkrebs erlitten, wenn sie nach längerer Bestrahlung mit ultraviolettem Licht Koffein auf die Haut gestrichen bekamen. Ob und in welcher Anwendungsform Koffein auch bei Menschen Hautkrebs vorbeugen kann, wollen die US-Forscher als nächstes prüfen.

Zusatz im Trinkwasser

Frühere Studien hatten gezeigt, dass auch ein Koffein-Zusatz im Trinkwasser die Nager vor Tumoren bewahrte. Jetzt untersuchten die Rutgers-Forscher um Allan Conney die äußerliche Wirkung der in Kaffee und schwarzem Tee enthaltenen Substanz und fanden, dass sie die Zahl der Hautkrebszellen um 72 Prozent reduzierte. Der Vorteil von Koffein gegenüber Sonnenschutzmitteln ist seine nachträgliche Schutzwirkung.

Aufputschend, aber ungefährlich

Die Mäuse wurden über einen Zeitraum von 20 Wochen zwei Mal wöchentlich UVB-Strahlen ausgesetzt. Erst danach wurden sie mit Koffein behandelt. Die aufputschende, aber sonst ungefährliche Substanz löste den Zelltod (Apoptose) bösartiger und gutartiger Tumorzellen in der Haut aus, ließ aber alle gesunden Zellen unbeschadet, berichten die Forscher in den PNAS. Den gleichen Effekt erzielte das Team mit Epigallocatechin-Gallat (EGCG), einer Substanz aus grünem Tee, die jedoch chemisch weniger stabil ist als Koffein und sich daher schlechter als Salbe eignet.


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