Gesundheitskarte Beteiligte einigen sich auf Light-Variante


Nach langem Streit haben sich Krankenkassen, Ärzte, Kliniken und Apotheker auf eine abgespeckte Variante der umstrittenen elektronischen Gesundheitskarte geeinigt. Sie soll nur die Stammdaten enthalten. Wann sie eingeführt wird, ist allerdings noch offen.

Nach jahrelangem Streit und einem pannenreichen Vorlauf haben sich Krankenkassen, Ärzte, Kliniken und Apotheker auf eine abgespeckte Variante der umstrittenen elektronischen Gesundheitskarte verständigt. Wann die elektronische Gesundheitskarte in den Praxen Einzug hält, ist allerdings noch offen, berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" am Montag unter Berufung auf den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen. Die Betreibergesellschaft gematik, in der Kassen, Ärzte und andere Leistungserbringer vertreten sind, hatte sich am Dienstag vergangener Woche auf ein neues Modell des milliardenteuren Projekts geeinigt.

Die elektronische Gesundheitskarte soll die bisherige Krankenkassenkarte ersetzen. Sie soll aber laut Beschluss der gematik vorerst nur die Stammdaten der Patienten enthalten, wie sie auch auf der derzeitigen Versichertenkarte gespeichert sind. Auf freiwilliger Basis können auch Notfalldaten etwa zu chronischen Erkrankungen und Arzneimittelunverträglichkeiten erfasst werden.

Rezepte werden nicht gespeichert

Entgegen den ursprünglichen Planungen sollen zunächst keine Rezepte auf der Karte gespeichert werden. Auch die elektronische Patientenakte wird vorerst nicht aufgenommen. Die Frage, ob die Ärzte zur Annahme der elektronischen Gesundheitskarte verpflichtet werden, ist weiter ungeklärt. Der frühere Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder, wurde von den Gesellschaftern als Schlichter für künftige Streitfälle ernannt.

Die elektronische Gesundheitskarte ist seit längerem wegen technischer Probleme und datenschutzrechtlicher Bedenken umstritten. Ursprünglich sollte die Karte bereits 2006 eingeführt werden. Die von der gematik nun abgeschlossene Bestandsprüfung der elektronischen Gesundheitskarte war von der schwarz-gelben Koalition gefordert worden. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt, dass er die elektronische Gesundheitskarte nur in einer abgespeckten Version einführen wolle.

AFP AFP

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