Hamburger Marienkrankenhaus Mitarbeiter in Notaufnahmen sind zunehmender Gewalt ausgesetzt. Ein Chefarzt erklärt die Gründe

Notaufnahme: Mitarbeiter sind zunehmender Gewalt ausgesetzt.
Zum Alltag von Notfallmedizinern gehört heute auch, heftigen Beleidigungen ausgesetzt zu sein. Michael Wünning, 45, ist Facharzt für Allgemeine Chirurgie und Chef der Notaufnahme des Hamburger Marienkrankenhauses. Er sagt: "Das Anspruchsdenken der Patienten ist heute enorm".
© David Maupilé/stern; Paul Hahn/Laif
Michael Wünning, Leiter der Notaufnahme des Hamburger Marienkrankenhauses, spricht mit dem stern über die Gründe für die wachsende Gewalt gegen Krankenhausmitarbeiter.

Die Zahlen sind erschreckend. Knapp 76 Prozent der Mitarbeiter in hessischen Notfallambulanzen geben an, im zurückliegenden Jahr Opfer körperlicher Gewalt geworden zu sein, so eine Studie der Hochschule Fulda. Geht es um verbale Aggression, liegt die Quote sogar bei 97 Prozent. In anderen Bundesländern sieht es kaum anders aus. "Mich überrascht das nicht", sagt Michael Wünning gleich zur Begrüßung. Seit neun Jahren leitet er als Chefarzt die Notaufnahme des Marienkrankenhauses, einer der größten Kliniken Hamburgs. Insgesamt 41.000 Patienten pro Jahr werden in seiner Abteilung behandelt. In den vergangenen Jahren sei etwas ins Rutschen geraten zwischen Ärzten und Patienten. Eine Bestandsaufnahme.


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