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Diät-Trend So sinnvoll ist eine gluten- und laktosefreie Ernährung

Berlin, 15.06.15: Die einen feiern den Gluten- und Laktose-Verzicht als neue Diät, den anderen bleibt keine Wahl. Immer mehr Menschen meiden diese Nahrungsbestandteile, auch wenn sie nicht an einer Glutenunverträglichkeit oder einer Laktoseintoleranz leiden. Ist das sinnvoll? O-TON Hubert Mönnikes, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Martin-Luther-Krankenhaus Berlin «Es ist nicht notwendig, dass man Milchzucker zu sich nimmt in der Nahrung. Das kann man problemlos weglassen. Auch Gluten braucht man nicht unbedingt. Beide Dinge sind für eine gesunde Ernährung nicht notwendig. Wenn man keine Probleme hat durch diese Nahrungsbestandteile, dann hat man aber keinen Vorteil, wenn man darauf verzichtet.» Für Menschen, die kein Gluten vertragen, ist der komplette Verzicht aber wichtig: Denn Zöliakie ist eine ernsthafte Krankheit. Die Darmschleimhaut wird geschädigt, wenn bereits kleinste Mengen Gluten gegessen werden. Der Run auf die frei-von-Produkte auch von Nicht-Kranken erleichtert deshalb das Leben der Betroffenen. Es gibt sogar glutenfreies Bier und laktosefreie Milch. Auch Restaurants haben sich auf den Trend eingestellt. Garantiert gluten- und laktosefrei, sagt der Chef in diesem Laden. O-TON Restaurant-Besitzer Nikolaos Tsavdaridis: «Mein Interesse lag darin, eben etwas zu machen, was es so noch nicht gab. Und ich hab mich dann ein bisschen mit der Ernährung auseinandergesetzt und habe feststellen müssen, dass die meisten Pizzerien hier in Berlin halt nur Weizen herstellen und keine alternativen Produkte dazu anbieten. Dann habe ich mich mit der Zöliakie auseinander gesetzt, und habe festgestellt, dass es einige Teige gibt, die hervorragend dafür geeignet sind. Der Grundgedanke war geboren sozusagen, weizenfreie Pizzen und glutenfreie Pizzen herzustellen.» Die glutenfreie Pizza hat aber ihren Preis: Kostet die normale Pizza zwischen 7,50 und 9 Euro, muss man für die Buchweizenpizza zwischen 12 und 15 Euro hinblättern. O-TON Hubert Mönnikes, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Martin-Luther-Krankenhaus Berlin «Interessanterweise gibt es ja weniger als 1 Prozent Patienten, die eine wirkliche Zöliakie haben in der Bevölkerung in den westlichen Ländern, de facto ist es aber so, dass nach aktuellen Zahlen aber bis zu 13 Prozent der Bevölkerung Gluten meidet. Das heißt, das ist ein richtiges Thema auch für die Nahrungsmittelindustrie. Die haben ein Interesse, solche Produkte dann anzubieten, die sind auch entsprechend im oberen Preissegment häufig zu finden.» Wer gesund ist und Gluten und Laktose verträgt, sollte also ruhig zugreifen, wenn es frische Vollmilch oder Vollkornmüsli gibt. Das schmeckt nicht nur - sondern spart auch eine Menge Aufwand und bares Geld.
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Was für die einen eine notwendige Einschränkung ist, ist für die anderen eine neue Diät. Immer mehr Menschen verzichten auf die Inhaltsstoffe wie Gluten und Laktose - auch wenn sie nicht an Zöliakie leiden oder laktoseintolerant sind. 

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