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Gefährliche Höhensonne: Dauerbräunen im Solarium erhöht Hautkrebsrisiko

Vor allem junge Frauen legen sich gerne auf die Sonnenbank. Doch ein regelmäßiger Besuch im Solarium vervielfacht das Risiko für den gefährlichen schwarzen Hautkrebs, warnen Hautärzte.

Im Solarium Vorbräunen, um die Haut zu schützen, bringt nichts

Im Solarium Vorbräunen, um die Haut zu schützen, bringt nichts

Die Krebsgefahr durch Solarienbesuche ist höher als gedacht. Das belegt eine Zusammenfassung großer Studien, die Experten auf einem Hautkrebsforum in Berlin vorgestellt haben. Das Risiko für den besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) verdoppele sich bei einem Menschen, der Solarien bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig nutze, warnte Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

"Jedes Jahr wächst das Risiko um weitere drei Prozent - und das ist auch nicht wieder umkehrbar", ergänzte Breitbart. Diese Bilanz ziehen die Experten nach einer Auswertung der neun weltweit größten Studien zum Thema, die französische und italienische Wissenschaftler auf einem Workshop der Medizinergesellschaft Euro-Skin präsentierten.

Für Minderjährige verboten

In Deutschland nutzen vor allem junge Frauen das Solarium. Das untermauert eine repräsentative SUN-Studie der Universität Heidelberg, bei der das Mannheimer Institut für Public Health 4800 Teilnehmer zwischen 15 und 45 Jahren zu ihrer Solariennutzung befragte. "Frauen zwischen 18 und 25 Jahren sind eine typische Vielnutzergruppe. Sie gehen doppelt so häufig auf die Sonnenbank wie Männer", berichtete Sven Schneider. Hochgerechnet schätzt er die Zahl der aktuellen Solariennutzer unter 46 Jahren in Deutschland auf 4,8 Millionen, 2,8 Millionen davon Frauen. Rund 167.000 Solariengänger sind zudem minderjährig - obwohl dies nach geltendem Recht verboten ist.

Der schwarze Hautkrebs gilt als bösartigste Form von Hautkrebs: 2008 zählte das RKI 17.800 Neuerkrankungen und 2500 Todesfälle. Die ADP und die Deutsche Krebshilfe forderten, die Bundesländer müssten die seit Januar in Deutschland geltende UV-Schutz-Verordnung nun auch umsetzen und Solarien stärker kontrollieren. Sie warnten zudem vor therapeutischen Angeboten der Sonnenstudios. "Solariumsbesuche haben keinerlei positive Gesundheitseffekte: Weder beim Vorbräunen der Haut, noch bei der Vitamin-D-Produktion oder zum Stärken des Immunsystems", sagte Schneider.

Die in den Solarien erlaubte Bestrahlungsstärke liegt bei 0,3 Watt pro Quadratmeter. "Das entspricht dem UV-Index 12, also der Sonneneinstrahlung um 12 Uhr mittags am Äquator. Schon ab UV-Index 8 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO aber, sich im Schatten aufzuhalten", ergänzte Rüdiger Greinert, Generalsekretär von Euro-Skin. In vielen Studios sei die Bestrahlung außerdem weiterhin deutlich höher, sagte Breitbart.

lea/DPA / DPA