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Kampf gegen Hautkrebs: Australien verbietet Solarien

Kommerzielle Solarien gehören in Australien der Vergangenheit an. So sollen mehr Menschen vor Hautkrebs geschützt werden. Ein Grundproblem werden allerdings auch hohe Geldstrafen nicht ändern können.

Mit Solarien ist in Australien ab sofort kein Geld mehr zu verdienen

Mit Solarien ist in Australien ab sofort kein Geld mehr zu verdienen

Mit teils drastischen Werbespots versucht das australische Gesundheitsministerium seit Jahren auf die Gefahren des Sonnens hinzuweisen - mit mäßigem Erfolg. Im Kampf gegen Hautkrebs sollen in weiten Teilen Australiens kommerzielle Sonnenstudios ab dem 1. Januar verboten werden. Australien ist damit nach Brasilien das zweite Land, das ein solches Verbot verhängt. Verpflichtet haben sich der Regelung beinahe alle australischen Bundesstaaten. Lediglich in Western Australia wurde bislang noch kein Startdatum für das Verbot festgelegt und im Northern Territory gab es bislang keine kommerziellen Solarien. Wer sich an das Gesetz nicht hält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Im Bundesstaat New South Wales können Geldstrafen von bis zu 44.000 australischen Dollar (etwa 30.000 Euro) verhängt werden.

Laut dem australischen Cancer Council werden jedes Jahr mehr als 100.000 neue Fälle von Hautkrebs diagnostiziert. Bei vier von fünf Patienten handelt es sich um verschiedene Formen von Hautkrebs, eine der höchsten Hautkrebsraten weltweit. Fast jeder Fall sei zudem auf übermäßiges Sonnen zurückzuführen. 2010 wurden allein von dem malignen Melanom, dem gefürchteten "schwarzen Hautkrebs", mehr als 11.400 Fälle registriert. Dieser gilt als besonders aggressiv, bildet oft Metastasen und führt in vielen Fällen zum Tod. Laut einer Umfrage würde die Mehrheit der Australier das Verbot begrüßen.

Sonnenbanken bestrahlen den Körper künstlich mit UV-Licht, welches zu Schädigungen des Erbguts führt und so Mutationen auslöst. In vielen Ländern der südlichen Hemisphäre ist das Hautkrebsrisiko jedoch naturgemäß viel höher. Durch die Nähe zur Antarktis, wo es ein Loch in der Ozonschicht gibt, sind die Menschen in Australien schädlichen UV-Strahlen in weitaus stärkerem Ausmaß ausgesetzt als beispielsweise in Europa. Die Ozonschicht filtert UV-Strahlen normalerweise. In mehreren europäischen Ländern und Teilen der USA gelten bereits Verbote für den Besuch von Sonnenstudios durch Minderjährige. In Deutschland ist der Besuch von Solarien erst ab 18 Jahren gestattet.

ono/AFP / AFP

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