VG-Wort Pixel

Impfen gegen Corona

Impfen gegen Corona
Hier geht es zur zentralen Übersichtsseite mit Fragen und Antworten in 10 Sprachen - darunter Russisch, Spanisch und Arabisch.


Soll ich mich impfen lassen? Welcher Wirkstoff ist der Beste? Viele Menschen sind noch unsicher. Deshalb beantwortet Dr. med. Christoph Specht, Arzt und Medizinkorrespondent, unten wichtige Fragen.


Impfen-gegen-Corona ist eine Initiative von stern, RTL, ntv und Handbook Germany. Mit Unterstützung von RTL Radio, Toggo Radio, Super RTL und Hirschhausens stern GESUND LEBEN.

Inhaltsverzeichnis

1. Wie wirksam sind die Impfstoffe?

Die gute Nachricht ist, dass alle zugelassenen Impfstoffe eine sehr gute Wirksamkeit haben, um mittlere und schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Wenn man rein nach den Studiendaten geht, hat Biontech die Nase vorne mit 95 Prozent. Das heißt, unter den mit Biontech Geimpften treten 95 Prozent weniger Erkrankungen auf als in der Gruppe der Ungeimpften.

2. Wer kann sich impfen lassen?

Die Impfung gegen das Corona-Virus ist freiwillig und kostenlos. Alle Menschen können sich impfen lassen, die in Deutschland eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung haben, oder die ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben. Es gibt keine Pflicht, sich impfen zu lassen.

3. Ab wann wirkt die Corona-Impfung?

Der Impfschutz baut sich langsam auf, das ist bei allen Impfstoffen gleich. Das heißt, kurz nach der Impfung hat man so gut wie noch keinen Schutz und den maximalen Impfschutz hat man, je nach Impfstoff, etwa 10-14 Tage nach der zweiten Impfung. Bei Johnson&Johnson – dieser Impfstoff wird ja nur ein Mal verimpft – wird dieser bestmögliche Effekt mit einem Schutz vor mittleren und schweren Covid-19-Verläufen 28 Tage nach der Verabreichung erreicht.

4. Wie lange darf die zweite Impfung aufgeschoben werden?

Man sollte sich an die Empfehlungen der ständigen Impfkomission STIKO halten. Bei AstraZeneca sind das derzeit zwölf Wochen zwischen den Impfungen, bei Biontech zum Beispiel sechs Wochen. Kleinere Abweichungen davon machen sicher keinen großen Unterschied, aber grundsätzlich sollte man die Empfehlung umsetzen.

5. Warum können verschiedene Impfstoffe kombiniert werden?

Gute Frage, das können wir Stand heute so noch gar nicht sagen. Normalerweise sollten die Impfstoffe gar nicht kombiniert werden, die Notwendigkeit hat sich aber dadurch ergeben, dass Menschen unter 60 die zweite Impfung nicht mehr mit AstraZeneca, sondern mit einem mRNA-Impfstoff erhalten sollen. Studien zur Kombination verschiedener Impfstoffe laufen bereits, hier ist mit keinen bösen Überraschungen zu rechnen, sie werden aktuell aber erst abgeschlossen. Man kann sogar erwarten, dass der Impfschutz zumindest nicht schlechter, vielleicht sogar besser ist.

6. Wirken die Impfstoffe gegen die Mutationen?

Hier kommt es darauf an, was man unter Wirksamkeit versteht. Alle bei uns zugelassenen Impfstoffe scheinen schwere Verläufe auch nach einer Infektion mit einer der bisher bekannten Virusvarianten verhindern zu können. Man darf sich das Ganze nicht wie ein „Alles-oder-nichts”-Gesetz vorstellen, also entweder 100 Prozent Wirksamkeit oder gar nicht. Je weiter sich das Virus durch Mutationen genetisch vom „Urtypus” entfernt, desto leichter kann es sich unserer Immunabwehr und damit auch den Impfstoffen entziehen. Das geht aber im Allgemeinen nicht plötzlich, sondern langsam. Aktuell reichen die Impfstoffe und auch die durchgemachte Erkrankung aus, um bei einer eventuellen Re-Infektion mit einer Variante einen schweren Verlauf zu verhindern. Infiziert man sich mit der Variante aus Südafrika (B.1.351), so kann der Impfstoff von AstraZeneca allerdings leichte bis mittlere Symptome so gut wie nicht verhindern.

Impfen oder nicht?

Der COVID-cube bietet eine Entscheidungshilfe, ob man sich impfen lassen möchte oder nicht. Er funktioniert ähnlich wie der Wahl-O-Mat. Die Inhalte sind wissenschaftlich geprüft, beruhen auf seriösen Quellen und werden ständig aktualisiert.

7. Muss ich Angst vor Nebenwirkungen haben?

Die üblichen Nebenwirkungen einer Impfung, die eigentlich Ausdruck der gewünschten Impfreaktion ist, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schmerz an der Einstichstelle, vielleicht auch Fieber, können bei allen Impfstoffen auftreten. Das muss man einfach vorher wissen und es besteht kein Grund, darüber besorgt zu sein. Es ist eher ein Ausdruck dafür, dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt. Das geht oft mit den Reaktionen, die wir Nebenwirkungen nennen, einher. Andererseits verspüren manche Menschen auch gar nichts. Solange diese Impfreaktionen in dem beschriebenen Rahmen auftreten, muss man sich darüber keine Sorgen machen. Sie können lästig sein, vergehen aber wieder, auch ohne Therapie.

8. Wie hoch ist das Risiko von Spätfolgen nach der Impfung?

Hier hinter steht ja die Angst, es könne vielleicht erst in vielen Monaten oder Jahren eine Erkrankung auftreten, die auf die Impfung zurückzuführen ist, aber eben erst nach langer Zeit auftritt. Tatsächlich ist es aber so, dass bei Impfungen, wenn überhaupt Komplikationen auftreten, diese relativ kurz nach der Impfung entstehen, also wenige Tage bis Wochen danach. Der Grund dafür ist, dass die Impfung ja nur einmalig erfolgt und nicht wie ein Medikament über Monate oder Jahre verabreicht wird und sich dann durch die ständige Gabe ab einer bestimmten Menge eine Komplikation einstellen kann. Impfkomplikationen sind, Gott sei Dank, sehr selten, wurden aber schon beobachtet, zum Beispiel bei der Impfung gegen die Schweinegrippe. Auch hier trat die Komplikation, nämlich eine bestimmte Form der Schlafstörung (Narkolepsie), sehr bald nach der Impfung auf. Was allerdings eine gewisse Zeit dauern kann, ist, den Zusammenhang zwischen Störung und Impfung zu erkennen, denn meist handelt es sich um Symptome, die auch anderweitig auftreten können, und so muss der Zusammenhang mit der Impfung erst in aufwändigen Studien nachgewiesen werden. Keine andere Impfung ist in so kurzer Zeit so unglaublich vielen Millionen Menschen verabreicht worden wie die Impfungen gegen Sars-CoV-2. Insofern liegen bereits jetzt enorm viele Daten vor. Einen Anlass zur Sorge enthalten sie nicht.

9. Kann man sich nach der Impfung noch infizieren?

Das ist grundsätzlich möglich. Die Wirksamkeit der Impfstoffe wurde in erster Linie daraufhin untersucht, ob sie eine Erkrankung, also eine Infektion mit Symptomen, verhindern kann. Inzwischen liegen auch Daten vor, ob man sich erneut infizieren kann, danach ist das in Einzelfällen möglich, vor allen Dingen dann, wenn sich das Virus genetisch weit von dem „Urtyp“ weiterentwickelt hat. Es handelt sich dann aber meist nur um eine reine Infektion, die oft gar keine und wenn nur sehr leichte Symptome hervorbringt.

10. Können geimpfte Personen weiterhin Menschen mit dem Virus anstecken?

Da eine Re-Infektion oder überhaupt eine Infektion mit dem Virus auch nach der Impfung, zumindest in einigen Fällen, möglich ist, ist auch grundsätzlich die Möglichkeit der Ansteckung gegeben. Allerdings liegen auch hier inzwischen erfreuliche Daten vor. Danach produzieren Geimpfte für den Fall, dass sie sich infizieren, sehr viel weniger Viren. Man kann also davon ausgehen, dass Geimpfte, selbst für den Fall, dass sie sich infizieren, deutlich weniger ansteckend sind als Ungeimpfte.

Schneller zum Impftermin

Sie wollen sich impfen lassen, haben aber noch keinen Termin? Dann können Sie sich hier kostenlos registrieren. Denn keine Impfdosis soll verfallen. Die Initator:innen arbeiten alle ehrenamtlich.

11. Sind die Impfstoffe überhaupt ausreichend erforscht und damit sicher?

Die Impfstoffe, die von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen sind, wurden umfassend geprüft. Hier gab es keine Abkürzungen, wie sie zum Beispiel bei einer nationalen Notfallzulassung möglich gewesen wären. Man hat allerdings das bürokratische Verfahren gestrafft und zum Beispiel erlaubt, dass die verschiedenen Studienphasen überlappend stattfinden durften und nicht hintereinander. Auch das Einreichen der Unterlagen wurde in einem sogenannten rollierenden Verfahren durchgeführt, das heißt man hat mit der Prüfung nicht abgewartet, bis alle Ergebnisse auf einmal vorlagen. Da inzwischen die Impfstoffe gegen das Sars-CoV-2 weltweit über eine Milliarde mal verimpft worden sind, verfügt man mittlerweile über sehr viele Daten. Auch sehr seltene Nebenwirkungen konnten durch diese unglaublich große Zahl erkannt werden. Insofern kann man die Impfstoffe als die am besten untersuchten überhaupt bezeichnen.

12. Warum soll es einen Impfstoff extra für Kinder und Jugendliche geben und wann?

Studien, in denen die bekannten Impfstoffe bei Kindern und Jugendlichen getestet werden, laufen schon seit einiger Zeit. Die vorläufigen Ergebnisse sind hervorragend. Ich rechne nicht damit, dass der Impfstoff für Kinder und Jugendliche ein anderer sein wird als die, die jetzt schon zugelassen sind. Allenfalls ist bei den ganz jungen Kindern, also unter 12 Jahren, eine Dosisanpassung nötig, zunächst wird es aber nur die Zulassungserweiterung für Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren geben. Die Anträge dazu sind bereits eingereicht, unter Umständen kann eine erweiterte Zulassung jetzt sehr schnell erteilt werden.

Wer verdient am Impfstoff? Eckart von Hirschhausen im Gespräch mit Katharina Adick

13. Muss man die Impfung in den kommenden Jahren auffrischen?

Hier besteht noch keine Klarheit, es ist allerdings jetzt schon gewiss, dass die Impfung nicht lebenslang halten wird und dass sie bei älteren Menschen weniger lang hält als bei jungen Menschen. Insofern ist zu erwarten, dass bei älteren Menschen möglicherweise schon in diesem Jahr eine dritte Impfung als Auffrischimpfung empfohlen wird. Meine persönliche Prognose ist, dass wir auch für alle Erwachsenen im Laufe der nächsten Jahre immer wieder leicht veränderte Impfungen diskutieren werden, allerdings glaube ich nicht, dass wir auf Jahrzehnte hinaus gegen Corona impfen. Ich denke viel mehr, dass sich im Laufe der Zeit in unserer Bevölkerung eine ganz gute Teilimmunität gegen das Coronavirus und seine Varianten entwickelt, sodass nach wie vor Erkrankungen, Infektionen sowieso und in Einzelfällen Todesfälle auftreten werden, aber deutlich weniger, als wir das zurzeit sehen.

14. Kann ich meinen Impftermin ohne Impfpass wahrnehmen?

Ja, selbstverständlich. Man erhält dann eine Ersatzbescheinigung für die Impfung, wenn der Impfpass dann wieder auftaucht, kann man die Impfung dort nachtragen lassen bzw. mit dem Blatt ergänzen. Prinzipiell sollte jeder einen Impfpass besitzen. Bislang gibt es den nur analog in Form des gelben kleinen Heftchens. Da wird auch die Corona-Impfung eingetragen. Ab Juni soll es europaweit ein Impfzertifikat in Sachen Corona-Impfung geben, dies soll digital und international einsetzbar sein.

15. Sollte man sich besser in Impfzentren oder beim Hausarzt impfen lassen?

Das ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Der Hausarzt hat den Vorteil, dass er einen üblicherweise kennt und man deswegen wohl auch ein besseres Vertrauensverhältnis zu ihm hat. Grundsätzlich spricht aber überhaupt nichts gegen das Impfen in Impfzentren. Um einen Impftermin zu vereinbaren, können Sie die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116117 wählen oder im Internet unter www.116117.de einen Termin buchen. 


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker