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Kügelchen aus Pflegeprodukten: Forscher warnen vor Plastik in Lebensmitteln

Kleine Plastikkugeln sollen in Pflegeprodukten für den richtigen Peeling-Effekt sorgen. Jetzt warnen Forscher vor Gesundheitsrisiken: In Regenwasser und Honig fanden sie Plastikreste.

In 19 untersuchten Honigen fanden die Forscher Fasern und Plastikfragmente, in vier Proben befanden sich außerdem Plastikkügelchen.

In 19 untersuchten Honigen fanden die Forscher Fasern und Plastikfragmente, in vier Proben befanden sich außerdem Plastikkügelchen.

Honig und Trinkwasser sind nach Recherchen des NDR-Verbrauchermagazins "Markt" teilweise durch mikroskopisch kleine Plastikkugeln verunreinigt. Es bestehe der Verdacht, dass die Kügelchen aus Pflegeprodukten wie Duschgelen, Peelingcremes oder Zahnpasta stammen können, berichtete das TV-Magazin vorab. Das sogenannte Mikroplastik gelange über das Abwasser in die Umwelt und verteile sich dort. Experimente an Miesmuscheln hätten gezeigt, dass die Partikel sich im Gewebe einlagern. Dort bildeten sich dem Bericht zufolge anschließend Entzündungen.

Die zumeist aus Polyethylen hergestellten Mikroplastik-Teilchen sollen laut NDR den Produkten zu einem mechanischen Reinigungseffekt verhelfen. Unter anderem würden die Mikroplastik-Teilchen in Pflegemitteln mit Peelingeffekt und speziellen Zahncremes eingesetzt. Bei manchen Produkten betrage der Anteil der Plastikkügelchen am Gesamtinhalt bis zu zehn Prozent.

Hersteller kündigen freiwilligen Verzicht an

"Wir können davon ausgehen, dass das Mikroplastik überall in der Atmosphäre zu finden ist", zitierte das TV-Magazin den Forscher Gerd Liebezeit vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Vermutet wird dem Bericht zufolge, dass das Plastik über die Luft auch in Lebensmittel gelangt. Liebezeit fand demnach in 19 untersuchten Honigen Fasern und Plastikfragmente, in vier Proben befanden sich außerdem Plastikkügelchen. Auch in Regenwasser sei Plastikmaterial entdeckt worden, wie es in Kosmetika verwendet wird.

"Die Verwendung von Plastikteilchen in Kosmetik- und Reinigungsprodukten sollte verboten werden", forderte Liebezeit. Das Bundesumweltamt erklärte auf Anfrage des Magazins, dass bereits Forschungsaufträge vergeben worden seien, um die Auswirkungen des Mikroplastiks auf die Umwelt zu untersuchen. Die Behörde erklärte weiter, dass es eines freiwilligen zeitnahen Ausstiegs aus der Verwendung von Mikroplastik bedürfe. Die Hersteller der Pflegemittel räumten laut "Markt" einen Handlungsbedarf ein. Sie kündigten an, in naher Zukunft auf den Einsatz von Plastik in ihren Produkten verzichten zu wollen.

jwi/AFP / AFP
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