HOME

Mäuse-Embryonen: Ultraschall ist nicht gut für das Hirn

Wiederholte lange Anwendungen von Ultraschall können sich zumindest bei Mäusen negativ auf die Entwicklung des fötalen Hirns auswirken. Ob die Ergebnisse auch für den Menschen relevant sind, muss noch geprüft werden.

US-Forscher entdeckten, dass einige Nervenzellen auf hohe Dosen von Ultraschall reagierten und sich bei der Wanderung an ihren Bestimmungsort "verirrten". Statt in der oberen Lage der Großhirnrinde siedelten sie sich in einer der unteren Lagen oder der weißen Materie an. Künftige Studien sollen zeigen, ob auch Menschenaffen, die nächsten Verwandten des Menschen, empfindlich auf Ultraschall reagieren.

Nervenzellen "verirren" sich

Die Nager waren im fötalen Stadium wiederholt Ultraschallwellen ausgesetzt worden - über einen für sie sehr langen Zeitraum von insgesamt 30 Minuten. Der Effekt auf das Hirn offenbarte sich später bei der Obduktion der Mäuse. Obwohl die Zahl der Nervenzellen, die ihren Weg verfehlten, nur gering war, dürfte das Ergebnis sich auf die Funktionen des Hirns ausgewirkt haben. Die Forscher stellten auch fest, dass die Zahl der "verirrten" Nervenzellen mit der Dauer und Frequenz der Ultraschall-Einwirkung zunahm.

Pasko Rakic von der Yale Universität in New Haven (Connecticut) und Kollegen beschreiben den Einfluss auf die Wanderung der Nervenzellen in der Online-Ausgabe der "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) vom Dienstag.

Bisher war nur bekannt, dass Babys nach wiederholter und ungewöhnlich langer Ultraschall-Bestrahlung im Mutterleib mit einem geringeren Geburtsgewicht zur Welt kommen können. Außerdem seien Mäuse und nicht menschliche Primaten nach gehäufter Ultraschall- Anwendung im fötalen Entwicklungsstadium später durch veränderte Verhaltensweisen aufgefallen.

DPA

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity