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Magenschrittmacher: Abnehmen auf Knopfdruck

Ein Magenschrittmacher könnte in Zukunft beim Abnehmen helfen. Das Gerät stimuliert die Magenschleimhaut mit elektrischen Impulsen - das Hungergefühl wird unterdrückt und die Nahrung bleibt länger im Magen.

Den Effekt dieses Verfahrens haben nun Wissenschaftler um Jiande Chen von der Universität von Texas in einer Studie an zwölf Freiwilligen untersucht. Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Unwohlsein seien nicht aufgetreten, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "American Journal of Gastroenterology" (April-Ausgabe, S. 798).

Chirurgischer Eingriff nicht nötig

Wissenschaftler vermuteten schon länger, dass durch Stimulierung des Magens Übergewicht bekämpft werden könnte. Eine Reihe von Untersuchungen bestätigten die Wirksamkeit und Sicherheit dieser neuen Behandlungsmethode, auf die allerdings nicht alle Patienten ansprechen. Chen und seine Kollegen haben nun eine Möglichkeit gefunden, stimulierende Elektroden ohne chirurgischen Eingriff in den Magen des Patienten einzusetzen: Mit einem Endoskop werden die Elektroden in der Magenschleimhaut platziert und nicht wie früher chirurgisch in die äußeren Magenmembranen implantiert. Mithilfe dieser einfacheren Methode können Ärzte herausfinden, ob ein Patient auf die Behandlung anspricht und somit für eine langfristige Behandlung geeignet ist, erklären die Wissenschaftler.

Nahrungsaufnahme ging zurück

Ihre neue Methode testeten die Forscher an zwölf gesunden Probanden. Über drei aufeinander folgende Tage erfassten sie Nahrungsaufnahme und Magenfunktion der Freiwilligen und beobachteten die Veränderungen bei an- und ausgeschalteter elektrischer Magenstimulierung. Verglichen mit einer Kontrollgruppe, in der die Stimulierung nur vorgetäuscht wurde, gingen in der Gruppe mit der echten Stimulierung die Nahrungsaufnahme und die maximale Wasseraufnahme deutlich zurück. In den ersten 45 Minuten nach dem Essen wurde außerdem die Magenentleerung verzögert.

Diese Resultate wiesen darauf hin, dass die neue Methode beim Abnehmen helfen könnte, sagen die Forscher. Um diese Idee beweisen zu können, seien aber noch weitere Studien nötig.

DDP

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