Malaria Die Hoffnung ist süß


Alle 30 Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind an Malaria. Jedes Jahr fordert die Krankheit über eine Million Todesopfer. 40 Prozent der Weltbevölkerung leben in Risikogebieten. Um sie zu schützen, arbeiten Schweizer Forscher an einem besonderen Impfstoff - aus Zuckermolekülen. Dabei gelang ihnen jetzt ein wichtiger Schritt.

Zucker könnte eines der größten Gesundheitsprobleme der Welt, insbesondere der Entwicklungsländer, lösen. Schweizer Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich arbeiten an einer Malaria-Impfung auf Zuckerbasis. Wie die ETH Zürich am Sonntag mitteilte, haben sie dabei jetzt einen wichtigen Schritt gemacht. Forschungsleiter Prof. Peter Seeberger konnte zeigen, dass Erwachsene eine spezifische Immunantwort auf die toxischen Zuckermoleküle des Malariaerregers entwickeln.

Der Malariaerreger Plasmodium falciparum trägt auf seiner Oberfläche verschiedene giftige Zuckermoleküle. Das Team von Seeberger hat eine neue Methode entwickelt, mit der gezeigt werden kann, dass diese Moleküle eine spezifische Immunantwort in Erwachsenen auslösen. Eine Erkrankung ist zwar trotz der Antikörper möglich, aber die Konsequenzen sind weniger schwerwiegend. Das Immunsystem erkennt die giftigen Zuckermoleküle als Fremdkörper und blockt deren toxische Wirkung. Bei Europäern, die nicht in Risikogebieten leben, fehlen die entsprechenden Antikörper. Sobald europäische Probanden aber mit Malaria infiziert werden, nimmt die Anzahl der Antikörper stark zu.

Dank der neuartigen Methode können die Wissenschaftler jetzt gezielt jene Zuckermoleküle herstellen, die das Immunsystem erkennen muss. Die damit gewonnenen Erkenntnisse zur natürlichen Resistenz sind sehr wichtig, um einen Malaria-Impfstoff auf Zuckerbasis zu entwickeln. Dies könnte laut ETH insbesondere Kindern in Malariagebieten zugute kommen. Die Millionen Malariaopfer sind hauptsächlich Kleinkinder unter fünf Jahren, weil nur Erwachsene Antikörper gegen die Zucker des Malariaerregers bilden. Die Forschungsergebnisse wurden online im Fachmagazin "Nature Chemical Biology" veröffentlicht.

AP AP

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