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Unterschätzte Gefahr für Kinder: Sechsjährige trinkt Liquid für E-Zigaretten - und stirbt fast daran

Das Liquid in E-Zigaretten enthält meist Nikotin, das verdampft und inhaliert wird. Nun kam es in den USA in Verbindung mit der Flüssigkeit zu einem folgenschweren Unfall.

Nikotinhaltiges Liquid in E-Zigaretten kann für Kinder gefährlich werden

Nikotinhaltiges Liquid in E-Zigaretten kann für Kinder gefährlich werden

In den USA hat ein Vater seine Tochter versehentlich mit nikotinhaltigem Liquid aus E-Zigaretten vergiftet. Nach Verabreichung der Substanz habe das Mädchen schwere Symptome einer Vergiftung entwickelt, heißt es auf der Online-Seite des Fachblattes "Annals of Emergency Medicine". Demnach verlor das Mädchen zeitweise das Bewusstsein, musste sich übergeben und litt unter Muskelzuckungen. Im Krankenhaus wurde die Sechsjährige zunächst künstlich beatmet.

Zu dem folgenschweren Unfall war es durch eine Verwechslung gekommen: Die Mutter des Kindes hatte das E-Zigaretten-Liquid in eine leere Medikamentenflasche gefüllt. Der Vater verabreichte seiner Tochter das vermeintliche Schmerzmittel - unwissend, dass es sich dabei in Wahrheit um flüssiges Nikotin handelte.

Der aktuelle Fall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken, die von E-Zigaretten ausgehen können. "Das nikotinhaltige Liquid ist hochdosiert, was es vor allem in Haushalten mit Kindern zu einer Gefahr macht", erklärt der Mediziner Matthew Noble von der "Oregon Health and Science University" in Portland. "Glücklicherweise konnte das Mädchen das Krankenhaus wieder gesund verlassen, doch unter anderen Umständen hätte das Ganze ein weitaus tragischeres Ende nehmen können." Als positiv wertete der Mediziner, dass der Vater den Ernst der Lage erkannte und umgehend den Notarzt verständigte.

Tabakprodukte und Liquids außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren

Dass Nikotin- und Tabakprodukte gefährlich für Kinder werden können, ist hinlänglich bekannt. Nach Angabe des Giftnotrufs zählt die Nikotinvergiftung zu den häufigsten Vergiftungen im Kindesalter. Bereits eine kleine Menge gekauter Tabak kann bei Kindern zu schweren Symptomen führen: Die Kleinen erbrechen, werden blass, bekommen Herzrasen, wirken apathisch oder unruhig. Zigaretten, Tabakprodukte und Aschenbecher sollten deshalb außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte umgehend die Giftnotrufzentrale oder ein Notarzt alarmiert werden.

Experten befürchten, dass die Zahl der Vergiftungen durch E-Zigaretten zunehmen könnte. Der Grund: Die Verkaufszahlen ziehen in letzter Zeit kräftig an. Die Umsätze haben sich allein in Deutschland vervielfacht - und stiegen von fünf Millionen Euro (2010) auf 375 Millionen Euro in diesem Jahr. Nicht jedes Liquid enthält zwangsläufig Nikotin. Es gibt auch nikotinfreie Pendants, die mit Aromastoffen versetzt sind.


ikr

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