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Warnung aus den USA: So ungesund sind E-Zigaretten für Jugendliche

E-Zigaretten sind für Jugendliche und junge Erwachsene nicht geeignet. Zu diesem Schluss kommt der US-amerikanische Gesundheitsdienst. Die Experten warnen vor möglichen Gesundheitsrisiken.

Eine junge Frau zieht an einer E-Zigarette.

Gesundheitsrisiko für Jugendliche: E-Zigaretten

Der US-amerikanische Gesundheitsdienst warnt vor den Folgen von E-Zigaretten für Jugendliche. "Wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt genug, um sagen zu können, dass Jugendliche und junge Erwachsene keine E-Zigaretten oder andere Tabakprodukte benutzen sollten", erklärte Mediziner Vivek H. Murthy laut "Washington Post" in einem Interview. "Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sind nikotinhaltige Produkte für Jugendliche unsicher – das schließt auch  E-Zigaretten mit ein."

Im Gegensatz zu herkömmlichen Zigaretten, bei denen Tabak verbrannt wird, enthalten E-Zigaretten ein nikotinhaltiges Liquid. Es wird erhitzt, und der dabei entstehende Dampf wird eingeatmet. Zwar entsteht auf diese Weise kein schädlicher Rauch, doch auch im Dampf können ungesunde Stoffe stecken. So wiesen Forscher im Dampf einiger aromatisierter E-Zigaretten jüngst die Chemikalie Diacetyl nach. Sie wird mit der Lungenerkrankung Bronchiolitis obliterans in Verbindung gebracht.

Auch das in vielen E-Zigaretten enthaltene Nikotin steht in der Kritik. Es ist ein Suchtstoff, der schnell abhängig macht und bei langfristigem Konsum zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Bei Jugendlichen wird er auch mit neuronalen Veränderungen in Verbindung gebracht. Aufgrund des süchtigmachenden Potentials diskutieren einige Forscher, ob E-Zigaretten zudem die Reizschwelle senken, auf echte Zigaretten umzusteigen – ein Zusammenhang, der allerdings noch umstritten ist.

Husten und gereizte Schleimhäute durch E-Zigaretten

Bislang fehlen Untersuchungen zu den Langzeitfolgen des Dampfens. Nachweisbar sind jedoch kurzfristige schädliche Effekte, die von E-Zigaretten ausgehen. Dazu zählen nach Angabe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Einengungen der Atemwege, ein trockener Husten und gereizte Schleimhäute in Rachen und Mund.

Seit einiger Zeit wird diskutiert, ob E-Zigaretten ein geeignetes Mittel zur Raucherentwöhnung sind. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die Gefahren, die von E-Zigaretten ausgehen, als geringer einzuschätzen sind als diejenigen, die von Tabakzigaretten ausgehen. Nach Angabe der BZgA ist die Datenlage hierzu sehr dünn. Die elektronische Zigarette wird daher aktuell "nicht als Mittel zum Rauchstopp empfohlen".

Trotz der gesundheitlichen Bedenken erfreuen sich E-Zigaretten immer größerer Beliebtheit. Die Umsätze haben sich in den letzten sechs Jahren allein in Deutschland vervielfacht – und stiegen von fünf Millionen Euro (2010) auf 375 Millionen Euro in diesem Jahr. Tabakfirmen setzen verstärkt auf den Verkauf von E-Zigaretten, da immer weniger Menschen zu herkömmlichen Zigaretten greifen. Das Marlboro-Unternehmen Philip Morris hat jüngst eine eigene Variante auf den Markt gebracht.

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ikr
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