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Schnell zur Wunschfigur? Ökotest rät: Finger weg von Abnehmpillen

Eine Frau zieht eine zu enge Jeans an
Ökotest hat Abnehmpillen getestet - mit ernüchterndem Ergebnis
© GettyImages
Schnell und einfach zur Wunschfigur: Das versprechen Abnehmpillen aus dem Einzelhandel. Ökotest hat die Mittel geprüft und kommt zu einem anderen Ergebnis. Darum raten die Prüfer von den Pillen ab.

Vielen Deutschen dürfte es im Moment ähnlich ergehen: Nach den Weihnachtsfeiertagen zwickt die Hose. Abnehmpillen aus dem Einzelhandel haben zum Jahreswechsel Hochkonjunktur. Glaubt man den Versprechen der Hersteller, lassen sich mit den Mitteln schnell und einfach ein paar Kilo verlieren. Die einzelnen Produkte sollen auf unterschiedliche Weise wirken: Die Hersteller behaupten, ihre Mittel können das Sättigungsgefühl fördern, die Fettverbrennung beschleunigen oder Nahrungsfette binden.

Doch: Wirken die Mittel tatsächlich? Und welche Nebenwirkungen bergen die einzelnen Präparate?

Abnehmpillen aus dem Internet: "Russisches Roulette" mit der Gesundheit

Ökotest wollte es genauer wissen und hat 21 Abnehmpräparate näher unter die Lupe genommen. Die Tester kauften die Mittel in Apotheken, Drogerien und Discountern. Alle Pillen gab es ohne Rezept. Schlankheitsmittel aus dem Internet wurden nicht getestet. Von denen raten die Prüfer grundsätzlich ab: Sie könnten illegale Substanzen enthalten und damit die Gesundheit gefährden. Wer die Mittel einnehme, spiele "russisches Roulette", warnen die Prüfer.

Richtig überzeugen konnten aber auch die Mittel aus dem Einzelhandel nicht. Nur ein Schlankheitsmittel erhielt die Testnote "befriedigend", alle anderen kassierten ein "mangelhaft" oder schnitten mit der Testnote "ungenügend" ab.

Der Grund: "Die Produkte im Test versuchen zwar, den Eindruck zu erwecken, dass mit ihnen das Abnehmen klappt", schreibt Ökotest in seiner aktuellen Ausgabe. "Dass dies aber auch langfristig funktioniert, ist nicht belegt."

Acht Produkte im Test setzen auf das Prinzip "Fett binden": Ballaststoffkomplexe sollen an Nahrungsfette andocken und sie ungenutzt aus dem Körper schleusen. Ausreichend belegt sei diese Wirkung jedoch nicht, so Ökotest. Die Prüfer raten daher von den Mitteln ab.

Andere Produkte enthalten Ballaststoffe, die im Magen aufquellen und so das Sättigungsgefühl beeinflussen sollen. Nach Ansicht von Ökotest kann dies eine Gewichtsabnahme zu Beginn zwar unterstützen. Wer die Pillen jedoch absetzt, hat die Kilos schnell wieder drauf. Der Lerneffekt sei "gleich null".

Immerhin ausreichende Belege gebe es für den Wirkstoff Orlistat. Das Arzneimittel ist deshalb das einzige Produkt im Test, das die Testnote "befriedigend" erhält. Orlistat hemmt die Spaltung der Fette im Dünndarm, der Körper nimmt weniger Fett und Kalorien auf. Unter Einnahme von Orlistat drohen jedoch unangenehme Nebenwirkungen wie Blähungen, Durchfall oder öliger Stuhl. Orlistat sollte zudem nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden und sei auch kein Wundermittel, warnen die Tester. Dauerhafte Erfolge können nur erzielt werden, wenn Abnehmwillige auf eine gesunde Ernährung achten und sich ausreichend bewegen. 

Fazit von Ökotest

Eine Wunderpille, die Pfunde schmelzen lässt, gibt es nicht. Wer dauerhafte Erfolge erzielen möchte, kommt um eine Ernährungsumstellung und mehr Sport nicht herum. Ernste Nebenwirkungen seien von den Schlankheitsmitteln im Test zwar nicht zu erwarten. "Eine Wirkung aber auch nicht." Das Fazit der Tester fällt daher ernüchternd aus: "Sparen Sie sich das Geld lieber."

Den vollständigen Test gibt es gegen Gebühr hier.

ikr

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