Lungenkrebs Nikotin stoppt Chemotherapie


Rauchen ist ungesund - das ist allseits bekannt. Jetzt haben Wissenschaftler eine weitere Nebenwirkung von Nikotin entdeckt: Es lässt Krebsmedikamente unwirksam werden. Schädlich sind nicht nur Zigaretten.

Nikotin unterdrückt die Wirkung der Chemotherapie bei Krebs. Sie kann dann Lungenkrebszellen nicht mehr abtöten, fanden US-Forscher in Zellversuchen heraus. Bei der Behandlung von Lungenkrebspatienten müsste künftig berücksichtigt werden, dass nicht nur das Rauchen, sondern möglicherweise auch Nikotinersatzpräparate wie Pflaster oder Kaugummis die Therapie beeinträchtigen könnten, schreiben die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe der US-Fachzeitschrift "Proceedings der National Academy of Science" (PNAS).

Forscher untersuchen die Wirkung von Nikotin

Rauchen ist eine der Hauptursachen für die Entstehung von Lungenkrebs. Nikotin selbst löst Krebs jedoch nicht direkt aus. Wissenschaftler vermuten, dass es Veränderungen im Erbgut hervorruft, die dann zur Entstehung von Krebs beitragen. Außerdem fördert es weitere Vorgänge, die die Tumorentwicklung auslösen oder beschleunigen. Die Forscher um Srikumar Chellappan von der University of South Florida hatten in ihren Versuchen nun untersucht, wie Nikotin die Wirkung von drei gängigen Chemotherapeutika beeinflusst: Taxol, Cisplatin und Gemcitabine.

Die Krebszellen überleben trotz Medikamenten

Normalerweise löst die Chemotherapie in den Lungenkrebszellen ein "Selbstmordprogramm" aus, Apoptose genannt, das die Zellen absterben lässt. Die Versuche zeigten nun: Ist im Körper Nikotin vorhanden, wird da Selbstmordprogramm unterdrückt - die Krebszellen überleben. Das Nikotin aktiviert dazu zwei Gene, XIAB und Survivin. Hemmten die Wissenschaftler die Aktivierung der Gene, wirkten die Medikamente wieder, die Krebszellen starben ab.

DPA DPA

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