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Gut zu wissen: Ist Sauerkraut gesund für die Darmflora?

Kein Organ wird derzeit so intensiv erforscht wie der Darm samt seinen Bewohnern. Noch sei es zu früh, aus den Erkenntnissen Nutzen zu ziehen, mahnen die Wissenschaftler. Einige vorläufige Antworten sind dennoch möglich – drei Fragen und Antworten rund um den Darm.

Ein Becher mit Sauerkraut.

Sauerkraut enthält Milchsäurebakterien – doch kommen die überhaupt im Darm an?

Dient Sauerkraut der Darmflora?

Manche Experten empfehlen, möglichst viel "lebendige" Nahrung zu verzehren, die von Natur aus lebende Bakterien enthält: eingelegtes Gemüse wie Kimchi oder Sauerkraut, Joghurt und Kefir, Kombucha, Rohmilch und Rohmilchkäse. Wissenschaftliche Daten dazu gibt es allerdings nicht. Eine Nahrung, die reich an lebenden Bakterien ist, könnte theoretisch aber durchaus zu einer artenreicheren und damit gesünderen Mikrobiota beitragen.

Einzelne Bakterien können den Verdauungsprozess überleben

So ist zum Beispiel bekannt, dass Kinder, die Rohmilch trinken, ein deutlich geringeres Risiko haben, Allergien, Asthma und Infektionen zu entwickeln – die Gründe dafür sind allerdings nicht geklärt. Zwar weiß man nicht, wie viele der in der Nahrung vorhandenen Bakterien den Verdauungsprozess überleben – aber "ein paar kommen immer durch", so die Experten.

Die im Darm lebenden Bakterien hätten es ja auch irgendwie geschafft. Auch gibt es Hinweise, dass sich selbst einzelne Bestandteile von Bakterien auf den Wirtsorganismus auswirken können.

 Was bringen Probiotika?

Als Probiotika werden lebende Mikroorganismen bezeichnet, die, in ausreichender Menge aufgenommen, die Gesundheit fördern. Präparate, die angeblich solche "freundlichen" Bakterien enthalten, erzielen Milliardenumsätze. Wie sinnvoll sie sind, ist unklar.

Ein Nutzen für die Gesundheit konnte meist nicht nachgewiesen werden. "Die Auswahl der Bakterien in solchen Präparaten wurde davon bestimmt, ob sie Magen- und Gallensäure widerstehen und ob man sie einfach züchten kann, und nicht von einem nachgewiesenen Nutzen", sagt Gabriele Hörmannsperger vom Lehrstuhl für Ernährung und Immunologie der TU München. "Ein Großteil der Darmmikrobiota lässt sich außerhalb des Darms nicht kultivieren."

In etlichen von Herstellern geförderten Studien wurden dennoch positive Effekte von spezifischen Probiotika beobachtet, etwa bei Infekten, Allergien, Ängsten, sogar Gedächtnisstörungen. Eine dänische Meta-Analyse kam zu dem Schluss, dass einige der Präparate gegen Reizdarm und Colitis ulcerosa helfen können. Dabei sei zu berücksichtigen, dass ein Bakterienstamm, der gegen Durchfall wirkt, nicht automatisch auch gegen Allergien tauge, sagt Hörmannsperger.

Anders als angenommen verändern Probiotika die Mikrobiota nicht auf Dauer. Womöglich, wird spekuliert, wirkten sie auf andere Weise, etwa indem sie mit vorhandenen Bakterien interagieren oder pathogene Keime in Schach halten.

Kann man Darmbakterien spenden?

Die Übertragung der Mikrobiota eines gesunden Spenders wird – erfolgreich – zur Behandlung von Clostridium difficile eingesetzt, einer schweren bakteriellen Darmentzündung. Die gesunde Darmmikrobiota wandle Gallensäure so um, dass sie die Aktivität der Clostridien hemmt, sagt die Ärztin Maria Vehreschild von der Uniklinik Köln.

An 30 deutschen Kliniken wird gegenwärtig eine Stuhlübertragung gegen Clostridium difficile durchgeführt. Vereinzelt wurden auch Reizdarmpatienten damit behandelt. Das Verfahren war bisher sehr aufwendig: Per Endoskop bekam der Patient eine Sonde in den Dünndarm.

Dann musste der Stuhl eines geeigneten Spenders beschafft und möglichst rasch verarbeitet und dem Patienten über die Sonde verabreicht werden. An der Uniklinik Köln ist es inzwischen jedoch gelungen, Präparate zur oralen Verabreichung herzustellen: Die Bakterien der Darmmikrobiota werden isoliert und in Kapseln abgefüllt.

Diese können eingefroren und über Monate gelagert werden. Damit seien auch ambulante Behandlungen denkbar, sagt Vehreschild. Nach ersten Studienergebnissen sind die eingefrorenen Bakterien genauso wirksam wie frische.

Ernährung in der Schwangerschaft: Was tun bei Übelkeit und Verdauungsbeschwerden?
Antje Brunnabend
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.